Exklusiver Heftinhalt

„Zwoa Brettln“ aus indischem Apfelbaum

7. März 2017, 10:21

Ski müssen nicht langweilig aussehen. Dies beweist Chris Dexle mit seinen handgefertigten Holz-Ski. Seine Ski mit furnierter Oberfläche sind immer ein Unikat und erfreuen sich einer stetig wachsenden Beliebtheit.
 
Etymologisch geht das Wort Ski auf den norwegischen Begriff für gespaltenes Holz zurück. Und lange Zeit bestanden Ski tatsächlich komplett aus Holz. Erst ab etwa Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Holzski Zug um Zug vom Hightech-Kunststoffski verdrängt. Möglicherweise erscheint die Idee, heutzutage wieder Ski komplett aus Holz zu fertigen, manch einem etwas nostalgisch. Für den Ski-Enthusiasten Chris Dexle haben seine handgefertigten Ski mit furnierter Oberfläche aber nichts mit Nostalgie zu tun. Ganz im Gegenteil: Sie sind Ausdruck des modernen Zeitgeistes. Schließlich stehen seine Holzski nicht nur für Nachhaltigkeit und Natur, sondern auch für Individualität.
 
Top-Ski muss Holzkern haben
Als leidenschaftlicher Skifahrer genießt es der Deutsche so oft wie möglich, mit seinen „Brettern“ die Pisten herunterzusausen. Dabei nimmt er es mit den „Brettern“ sehr genau, denn seine Ski sind im wahrsten Sinne des Wortes Bretter aus reinem Holz. Der passionierte Skifahrer weiß: Einen Top-Ski kann man nur aus Holz machen, das heißt er muss zumindest einen Holzkern haben. Dexles Ski haben darauf aber auch noch eine Oberfläche aus Furnier. „Ein kompletter Holzski sieht nicht nur super aus, sondern ist stets auch ein Unikat, denn jedes Furniermuster ist einzigartig“, so hat er mit seiner Begeisterung für furnierte Ski alle seine Freunde angesteckt. Verständlich, denn wer möchte nicht auch seine individuellen Ski haben.
 
Mittlerweile umfasst das persönliche Sortiment von Dexle gut ein halbes Dutzend furnierte Ski. Sein persönlicher Favorit ist derzeit übrigens ein Ski mit einem Furnier vom indischen Apfelbaum, wie er im Interview erzählt …
 
„Kein Ski ist wie der andere“
Ski wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts komplett aus Holz produziert, ehe dann Ski mit Kunststoffbeschichtung ihren Siegeszug antraten. Insofern sind doch Ski mit Holzoberfläche eigentlich nichts Neues, sondern eine Rückkehr zu den „Wurzel“ der Skientwicklung. Was sind also die Gründe dafür, dass Sie Ski mit furnierter Oberfläche produzieren? Nostalgie?
 
Die Einzigartigkeit und Vielfalt der natürlichen Oberflächen gibt uns die Möglichkeit etwas Besonderes herzustellen. Kein Ski ist wie der andere, was dem Ganzen eine Gewisse Individualität verleiht, wobei man auch den Hang zu etwas Nostalgie nicht ganz außer Acht lassen darf.
 
Hat ein Ski mit furnierter Oberfläche eigentlich andere Fahreigenschaften als ein Kunststoffski?
Jeder Topski, egal von welcher Marke, sollte mit einem Holzkern ausgestattet sein, auch wenn für die Oberflächen Kunststofffolien verwendet werden. Auch unsere Ski sind mit Holzkernen ausgestattet und können sich deshalb mit jedem Topski, die auch im Rennlauf verwendet werden, messen. Unterschiede stellt man nur fest, wenn die Kunststoffski neben der Oberfläche noch zusätzlich mit Kunststoffkernen gefertigt werden.
 
Mal ganz ehrlich: Können Holzski auch in punkto Belastbarkeit und Langlebigkeit wirklich mit einem Kunststoffski mithalten? Und: Bedürfen sie nicht einer besonderen Pflege?
Die furnierte Oberfläche braucht natürlich mehr Pflege, aber ich denke, das ist es jedem Wert, der solch eine Besonderheit sein Eigen nennt. Wie auch jeder Holzboden seinen eigenen Charakter hat, wird auch ein Ski mit Holzoberfläche nach einiger Zeit Gebrauchsspuren zeigen, die je nach Holzart den Ski noch authentischer erscheinen lassen können, und sich keines Falls negativ auf die Belastbarkeit der Ski auswirken.
 
Apropos Holz: Welches grundsätzliche Verhältnis haben Sie zum Naturmaterial Holz?
An Holz fasziniert mich die einzigartige Haptik und Optik, die mit Kunststoffoberflächen nicht annähernd nachgebildet werden kann. Holz als nachwachsender Rohstoff bietet endlose Gestaltungs- und Designmöglichkeiten nicht nur für ein Nischenprodukt wie Ski.
 
Mittlerweile haben Sie ja schon verschiedene Furniere für die Skiproduktion getestet. Haben sich irgendwelche Furniere als nicht „skitauglich“ erwiesen?
Als untauglich würde ich keine Holzart bezeichnen, allerdings suchen wir für die Ski schon das etwas besondere Holz aus, um auch unserem Anspruch an Individualität gerecht zu werden.
 
Zweifelsohne sieht so ein furnierter Ski richtig gut aus. Aber er hat sicherlich auch seinen Preis. Sind Ski mit Holzoberfläche wesentlich teurer als Kunststoffski?
Vergleicht man die Ski mit baugleichen Ski mit Kunststoffoberfläche, dann wird der Preisunterschied eher gering ausfallen und rührt eher daher, dass wir nur Kleinserien fertigen können.
 
Sind Ski mit furnierter Oberfläche massentauglich oder eher ein exklusives Nischenprodukt?
Ski mit Holzoberfläche finden in gewissen Kreisen immer mehr Gefallen, wie sich auch die Trends im Skilauf ändern. So sind besonders im sehr stark naturorientierten Touren- und Freerider-Bereich diese individuellen Ski sehr gefragt. Um solch ein Produkt massentauglich zu machen, müsste man schon einen der großen Skihersteller von der Besonderheit dieser Oberflächen überzeugen können. Dann wären durchaus Exklusivausführungen im größeren Stil denkbar.
 
Auf ihrem aktuellen Lieblingsski findet sich welches Furnier?
Indischer Apfel … sieht einfach gut aus und ist sehr strapazierfähig!
 
zum Magazin

Holzbau

LIGNA 2019 setzt Fokusthemen

LIGNA 2019 (27. bis 31. Mai) in Hannover   – Integrated Woodworking – Customized Solutions – Smart Surface Technologies – Wood Industry Summit   LIGNA, die Weltleitmesse für Werkzeuge, Maschinen und Anlage zur Holzbe- und -verarbeitung setzt Fokusthemen für  [ weiterlesen ]

Holzbau

DELTA und SWAP gewinnen den NÖ Holzbaupreis

Am 15. März wurde der Holzbaupreis 2018 verliehen; DELTA und SWAP gewinnen den ersten Platz in der Kategorie „öffentliche Bauten“ für das Büro- und Laborgebäude IFA Tulln.   DELTA und SWAP freuen sich sehr über den erneuten gemeinsamen Erfolg,  [ weiterlesen ]

Holzbau

Festool auf der HOLZ-HANDWERK 2018

Zu diesem Beitrag wurde folgendes Firmenportrait gefunden: Festool   Am 24. März schlossen die Tore der Holz-Handwerk 2018. Die Messe war ein voller Erfolg: 110.000 internationale Besucher aus 123 Ländern – mit insgesamt 515 Ausstellern kamen zur wichtigsten Messe  [ weiterlesen ]

Holzbau

HOLZ-HANDWERK & FENSTERBAU FRONTALE 2018

Messe-Duo untermauert führende Rolle   Aussteller- und Nationenrekord für das Messedoppel HOLZ-HANDWERK und FENSTERBAU FRONTALE: Zusammen 1.329* Aussteller (2016: 1.288) aus 42 Ländern (2016: 40) präsentierten die neusten Trends für die handwerkliche Holzbe- und -verarbeitung und rund um Fenster, Tür  [ weiterlesen ]

Holzbau

Antrittsvorlesung des Holzbauprofessors Tom Kaden

Holzbauprofessor Tom Kaden begeistert bei seiner Antrittsvorlesung die jungen Planer   In der Aula der Technischen Universität Graz waren sowohl Sitz- und Stehplätze belegt – so hoch war das Interesse an der Antrittsvorlesung des ersten Professors für Architektur und  [ weiterlesen ]

Holzbau

Danzer präsentiert 3D-Furnier-Projekte

Danzer präsentiert Architekten und Bauträgern 3D-Furnier-Projekte Impuls-Vortrag des Laubholzspezialisten auf Architektur- und Bau-Messe com:bau   Der Laubholzspezialist Danzer hat an seinem Hauptsitz Dornbirn in Vorarlberg, dem Kernland der Holzarchitektur, rund 200 Architekten und Bauträgern die vielfältigen Möglichkeiten präsentiert, Holz  [ weiterlesen ]