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Holzwirtschaft

Zwei Mal Silber für Schüler des Holztechnikums Kuchl beim Jugend Innovativ-Wettbewerb in Wien

8. Juni 2017, 13:10

Schüler des Holztechnikums Kuchl beweisen Innovationsgeist beim 30. Bundesfinale von Jugend Innovativ und holten sensationelle Siege in den Tennengau. Doch bevor die Teams aus dem Tennengau über ihre Erfolge jubeln konnten, galt es zunächst drei Tage lang die Jury mit Innovationsgeist, Originalität, Nachhaltigkeit und Marktreife der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen. „Es ist spannend, welch Innovationsfreude die Jugendlichen von heute haben und mit welch hohem Durchhaltevermögen sie lösungsorientierte Konzepte für die Zukunft umsetzen“, zeigte sich die Jury von den diesjährigen Einreichungen beeindruckt.
 

Quellen und Schwinden von Holz vorhersagen

In der Kategorie „Science-Bionik“ überzeugten Julian Goßen und Adrian Schrenk die fachkundige Jury mit einer neuen Formel zum Thema „Das differentielle Schwindmaß“. Kann man die Dimensionsänderung von Holz nur durch Messung der relativen Luftfeuchtigkeit abschätzen? Dieser Herausforderung stellten sich die beiden Schüler Julian Goßen und Adrian Schrenk mit ihrer Diplomarbeit und entwickelten „Das differentielle klimatische Schwindmaß von Holz“. Normalerweise verwendet man das differentielle Schwindmaß zur Berechnung der Dimensionsänderung von Holz in Abhängigkeit von der Holzfeuchteänderung. Da dieses Maß einige Nachteile hat, wollten unsere Schüler eine präzisere Formel entwickeln. Damit kann man nun vom Umgebungsklima, beziehungsweise der relativen Luftfeuchte auf die Dimensionsänderung schließen. Es kann für die untersuchten Holzarten Fichte, Eiche und Buche sowie für Holz allgemein verwendet werden. „Wir können nun präzisere Aussagen zur Dimensionsänderung von Holz treffen. Diese Arbeit der Schüler ist vor allem für die Fußbodenindustrie von Bedeutung“, erläutert Projektbetreuer DI Markus Rettenbacher. „Das Messen der Luftfeuchtigkeit und unsere Formel reichen aus, um schnell einfach und unkompliziert Voraussagen zu machen“, berichten die Schüler. Weiters ist geplant eine App zu entwickeln, wo der Verleger lediglich Holzart, Luftfeuchtigkeit und Dimension eingeben muss. Damit wird die Berechnung gestartet und der Verleger weiß beispielsweise, wieviel Abstand zwischen Wand und Fußbodenbelag vorgesehen werden muss.
 
Einen Erfolg konnten die Schüler bereits vor dem Halbfinale verbuchen, sie wurden aus 50 Teams ausgewählt und haben vom AWS, der auch den Jugend Innovativ Wettbewerb veranstaltet, ein Schutzrechtscoaching erhalten. Mit diesem Coaching wurde ausgelotet, ob es möglich ist, diese Arbeit europaweit durch Patente schützen zu lassen.
 

Umweltfreundlicher Klebstoff

Ebenso über eine Silbermedaille dürfen sich Matthäus Hermann und Stefan Pichler in der Kategorie „Sustainability“ (Nachhaltigkeit) freuen. „Lignin trifft auf Mikrowellentechnologie – Ein Abfallprodukt der Papierindustrie wird zu Klebstoff“, dieses Thema bearbeiteten die HTK-Schüler Matthäus Hermann und Stefan Pichler. Lignin ist ein natürlicher Stoff, der in Bäumen und anderen Pflanzen vorkommt und dessen Hauptaufgabe die Stabilisierung der Pflanze ist. In der Papier- und Zellstoffindustrie fällt dieses „braune Gold“ als Nebenprodukt in Form einer Ablauge an und wird zu hohem Anteil nur thermisch verwertet. Die Ligninablauge wird in dieser Diplomarbeit als Klebstoff wiederverwendet und somit sinnvoll, als potenzielle Alternative zu synthetischen Klebstoffen, in Betracht gezogen. Die Verklebung von Fichte mit unveränderter Ablauge unter Verwendung verschiedenster Parameter ist prinzipiell möglich. „Wenn wir das Verfahren verbessern ist es sicher möglich, die aktuell erreichten Klebefestigkeiten zu steigern“, berichten die Projektbetreuer Dr. Alexander Petutschnigg und Dr. Karl Entacher, die sehr stolz auf die Ergebnisse ihrer Schüler sind. Dieses Projekt wurde in Kooperation mit der FH-Salzburg am Standort Kuchl realisiert.
 
„Es freut uns, dass unsere Maturanten die hochkarätige Fachjury mit ihren Innovationen überzeugen konnte. Durch die Einladung zur Sustainable World Projekt Olympiad nach Texas (USA) sowie zur Erfindermesse nach Nürnberg können beide Projektgruppen ein weiteres Mal ihre Ideen vor einem Fachpublikum präsentieren und sich mit Experten austauschen“, erklärt abschließend Karl Entacher, Betreuer der HTK-Teams.
 
„Jugend Innovativ fördert den Ideenreichtum und die Kreativität unserer Schüler und legt den Grundstein für ihre weitere Karriere“, erklärte Wissenschaftsminister Harald Mahrer. Die Zusammenarbeit zwischen Schülern und Pädagogen „macht Mut, den eigenen Forschergeist auszuleben und die gesammelten Erfahrungen im besten Fall über die Schule hinaus für den eigenen Karriereweg zu nutzen“, betonte Bildungsministerin Sonja Hammerschmid anlässlich des Jubiläums des von Wissenschafts- und Bildungsministerium finanzierten und von der Austria Wirtschaftsservice (aws) organisierten Wettbewerbs.
 
Im Vorfeld wurden 17 interessante und innovative Schüler-Projekte aus Westösterreich (Tirol, Vorarlberg, Salzburg) am 20. April am Holztechnikum Kuchl anlässlich des Jugend Innovativ-Halbfinales präsentiert. 10 Teams haben es ins Finale geschafft, darunter auch die beiden Projektgruppen des Holztechnikums Kuchl (HTK). Insgesamt gab es österreichweit 463 Einreichungen. Vom 31. Mai bis 2. Juni 2017 fand der 30. Schulwettbewerb Jugend-Innovativ in Wien statt. Pro Kategorie hatten die jeweils besten fünf Projekt-Teams die Chance, Geldpreise im Gesamtwert von rund EUR 33.000,– sowie Reisepreise zu internationalen Wettbewerben, Seminaren und Messen zu gewinnen.
 
Foto: Die HTK-Schüler Stefan Pichler und Matthäus Hermann (v.li.) haben im Labor getüftelt, getestet und geklebt – sie haben aus einem Abfallprodukt der Papierindustrie Klebstoff hergestellt – sie konnten mit ihrer Erfindung den 2. Platz in der Kategorie Sustainability erringen; Das Projekt wurde in Kooperation mit der FH-Salzburg am Standort Kuchl realisiert
Fotocredit: Holztechnikum Kuchl
Quelle: Pressemeldung Holztechnikum Kuchl von 06.06.2017

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