Wiener Tafel

Soziales

Wiener Tafel: Lebensmittel-Rettung gesteigert!

15. Februar 2018, 12:22

Wiener Tafel-Bilanz 2017: Lebensmittel-Rettung wieder um 20% gesteigert!

Wiener Tafel-Erfolg: TafelHaus am Großmarkt Wien als neuer Hub

 

 

Bilanz 2017:

Mit der Eröffnung des TafelHauses am Großmarkt Wien wurden im 18. Jahr des Bestehens der Wiener Tafel die Weichen für eine neue Ära in der sozialen Transferarbeit der österreichischen Tafeln gestellt: Im vergangenen halben Jahr konnte die Wiener Tafel die Mengen an geretteten Lebensmitteln um 20% steigern: Durchschnittlich eine Tonne Obst, Gemüse, Milchprodukte und andere dringend benötigte Lebensmittel pro Tag werden im TafelHaus täglich umgeschlagen. Das bedeutet nach dem ersten Halbjahr bereits einen Zuwachs von 38% bei frischen Lebensmitteln. Ziel ist, innerhalb von drei Jahren um 100% mehr Warenspenden zu übernehmen. Mit dem Lebensmittelverteilzentrum direkt am größten Umschlagplatz für Obst und Gemüse in Österreich sind die Weichen für eine erfolgreiche Umsetzung gestellt: Die Wiener Tafel plant ab 2020 doppelt so viele manifest armutsbetroffene Menschen mit 100% mehr Lebensmitteln versorgen zu können.

Obwohl das Tafel-Jahr 2017 von großen Neuerungen und der Schaffung eines neuen Hub für überlagerte Lebensmittel geprägt war, konnte die Wiener Tafel ihren Erfolgskurs in allen relevanten Bereichen fortsetzen und die Professionalisierung der Lebensmittelrettung in Österreich vorantreiben. Somit kann Österreichs älteste Tafel auch für 2017 eine positive Erfolgsbilanz ihrer sozialen Transferarbeit vorlegen.

Um dem angewachsenen Bedarf in den Sozialeinrichtungen gerecht zu werden, steigerte Österreichs älteste Tafelorganisation ihre Hilfslieferungen im vergangenen Jahr auf 615.241 Kilogramm. 2016 konnte die Wiener Tafel 508.242 Kilogramm Lebensmittel vor der Vernichtung bewahren. Somit hat die Wiener Tafel trotz maßgeblicher Umbauarbeiten und einer Neustrukturierung ihrer Logistik ihre Lebensmittelrettung um insgesamt 20% gesteigert.

 

Weitere Professionalisierung in der Lebensmittelrettung

„Das Jahr 2017 war ein ganz besonders ereignisreiches, wurden doch die Weichen für die mittelfristige Zukunft für die Wiener Tafel gestellt“, schildert Herbert Herdlicka, Obmann der Wiener Tafel und ergänzt: „Die Schaffung eines ersten Lebensmittelsortierzentrums und Lagerstandortes am Großmarkt Wien – dem ehemaligen Großgrünmarkt – eröffnet neue Möglichkeiten in der Rettung von Lebensmitteln: Seit das TafelHaus im Juni 2017 seinen Betrieb aufnehmen konnte, um zukünftig noch mehr Lebensmittel zu retten und noch mehrArmutsbetroffene zu versorgen, ist vor allem der Anteil an frischem Obst und Gemüse um ein Drittel gestiegen. Aber auch Kühlprodukte und Getränke konnten durch die neu geschaffenen Lagerflächen in noch größerer Varianz verfügbar gemacht werden“, berichtet Herbert Herdlicka. „In intensivem Austausch mit internationalen Best Practice Beispielen und den bewährten Konzepten der europäischen Dachorganisation FEBA (Fédération Européenne des Banques Alimentaires) – dem Zusammenschluss der europäischen Foodbanks – hat die Wiener Tafel mit der Schaffung eines Hub direkt am Großmarkt Wien neue Maßstäbe in der Lebensmittelrettung in Österreich gesetzt“, so Herbert Herdlicka.

 

Lebensmittel-Selbstabholung als neues Konzept

Der Bedarf an Lebensmitteln und Hygieneprodukten in den Sozialorganisationen ist noch lange nicht gedeckt. Die Wiener Tafel beliefert 117 Partnerorganisationen und versorgt rund 19.000 manifest Armutsbetroffene. Das Spektrum der Kooperationspartner in der Soziallandschaft reicht von Obdachlosenbetreuungs-einrichtungen, Mutter-Kind-Wohnheimen und Frauenhäusern bis zu AsylwerberInnen-Herbergen und Beratungsinstitutionen. Gleichzeitig landen nach wie vor sehr große Mengen an genusstauglichen Lebensmitteln im Müll. Mit der Lebensmittelsortierhalle, den Lagerräumen und dem Kühlhaus direkt am Großmarkt Wien kann die Wiener Tafel nun noch bedarfsorientierter helfen: Die Lebensmittel werden nicht nur zwischengelagert sondern auch für die einzelnen Sozialeinrichtungen mit ihren jeweiligen spezifischen Bedürfnissen konfektioniert. Parallel zur laufenden Wiener Tafel-Arbeit hat ein Prozess der Entwicklung neuer logistischer Lösungen stattgefunden, der sich an internationalen Best Practice Beispielen orientiert. Die enge Zusammenarbeit mit FEBA auf internationaler Ebene und den Tafelorganisationen in den Bundesländern unter dem Dach des Verbands der österreichischen TafelnDie Tafeln – gewährleistet eine Steigerung der Effizienz beim Verteilen der Warenspenden und erlaubt die Etablierung neuer Strategien: Die Wiener Tafel bietet ihren Schwester-Organisationen in den Bundesländern und den Kooperationspartnerorganisationen in der Wiener Soziallandschaft die Direktabholung sehr großer Mengen an Lebensmitteln in bedarfsgerechter Durchmischung. Bereits im zweiten Halbjahr 2017 wurde das neue Angebot der Selbstabholung rund 300 Mal angenommen. Damit etabliert die Wiener Tafel ein international bewährtes Konzept in Österreich. Bereits jetzt zeichnet sich ab: In naher Zukunft wird der Bedarf an Lagerflächen massiv steigen.

 

Lebensmittelrettung, Bewusstseinsbildung und Inklusion

Basis der Wiener Tafel-Arbeit ist der tatkräftige Einsatz ihrer ehrenamtlichen MitarbeiterInnen: 350 Freiwilligtätige waren 2017 in allen unterschiedlichen Bereichen mit insgesamt 24.770 Ehrenamtsstunden für die Wiener Tafel aktiv. Dabei stellen bewusstseinsbildende Arbeit und Inklusion wichtige Aspekte des Teamworks dar: „Im Ehrenamtsteam engagieren sich ganz besonders im TafelHaus auch geflüchtete Menschen und Langzeitarbeitslose. Somit konnte die Wiener Tafel auch im vergangenen Jahr wichtige Signale im Sinne erfolgreicher Inklusion setzen“, berichtet Dr.in Alexandra Gruber, Geschäftsführerin der Wiener Tafel. Mit Projekten wie „Marmelade mit Sinn“ und cooking.culture.conversation-Kochworkshops in der eigens dafür im TafelHaus eingerichteten Profi-Küche setzt die Wiener Tafel neue Maßstäbe: Armutsbetroffene und geflüchtete Menschen engagieren sich gemeinsam mit anderen Freiwilligen beim Aussortieren von Obst und veredeln dieses zu Fruchtaufstrichen. Das gemeinsame Zubereiten von Gerichten verhilft zu mehr Selbständigkeit und stellt einen Beitrag zur Selbstermächtigung dar. „Aber solange die Armutsursachen und Gründe für Flucht nicht politisch beseitigt werden, müssen wir auch weiterhin mit einem Anstieg von Ungleichheit in Österreich – einer der reichsten Gesellschaften weltweit – rechnen und für ein funktionierendes Asylwesen sorgen. Nachhaltige Armutsbekämpfung und die Schaffung von Chancengleichheit in unserer Gesellschaft sind notwendiger denn je“, ist Alexandra Gruber überzeugt und betont: „Mit der Rettung von genusstauglichen Lebensmitteln und der Versorgung von Menschen in Armut tragen wir genau dazu bei. Deshalb erwarten wir uns maßgebliche politische Unterstützung unseres gesellschaftspolitischen Auftrags.“ Dementsprechend appelliert Alexandra Gruber: „Bekämpfen wir Armut, Hunger und Lebensmittelverschwendung ursächlich. Dazu braucht die Wiener Tafel mehr denn je tatkräftige und finanzielle Unterstützung von Privaten, aus der Wirtschaft – von Handel, Industrie und Landwirtschaft – und von der Politik!

 

Wiener Tafel – Jahresergebnisse 2017 im Überblick

 

  • 615.241 kg gerettete Lebensmittel
  • Rund 19.000 Armutsbetroffene in 117 Sozialeinrichtungen wurden beliefert
  • 350 ehrenamtliche MitarbeiterInnen und elf hauptamtliche MitarbeiterInnen erreichen gemeinsam auch 2017 ein Plus an geleisteten Stunden:
  • 24.770 Ehrenamtsstunden (Im Vergleich: 2016 waren es 21.362 Ehrenamtsstunden)
  • 1.622 Liefertouren
  • Fuhrpark: vier Hilfslieferfahrzeuge, davon drei mit Tiefkühlfunktion
  • Die Investitionskosten für das TafelHaus am Großmarkt Wien von rund 100.000 Euro wurden zwar gedeckt – rund 300 Firmen- und PrivatspenderInnen haben das richtungweisende Projekt unterstütz. Jetzt werden aber weitere UnterstützerInnen für die Aufrechterhaltung und den weiteren Ausbau des TafelHaus-Betriebes gesucht!

 

Fotocredit: Wiener Tafel
Quelle: Pressemeldung Wiener Tafel vom 08.02.2018

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