Feinstaubbilanz

Luft

Vorläufige Feinstaubbilanz 2017

11. Januar 2018, 11:36

Die vorläufige Feinstaubbilanz des Umweltbundesamtes für das Jahr 2017 zeigt kein einheitliches Bild

In den nördlichen Teilen Österreichs und im Süden wurde an deutlich mehr Tagen eine Feinstaubkonzentration (PM10) von mehr als 50 µg/m³ (Tagesmittelwert) als in den letzten Jahren (2013 bis 2016) festgestellt, im Westen war die Feinstaub-Belastung vergleichbar niedrig wie in den Vorjahren. Überschreitungen des Tagesmittelwerts von 50 µg/m³ traten im Nordosten vor allem während der Belastungsepisoden im Jänner und Februar 2017 auf, im Süden Österreichs und insbesondere in der Steiermark auch im November und Dezember 2017. Überschreitungen des Grenzwertkriteriums nach IG-L, Immissionsschutzgesetz Luft (mehr als 25 Tagesmittelwerte über 50 µg/m³) wurden 2017 in Graz und in der südlichen Steiermark registriert.

Das Grenzwertkriterium der EU-Luftqualitätsrichtlinie für PM10 für den Tagesmittelwert (in einem Kalenderjahr dürfen nicht mehr als 35 Tagesmittelwerte über 50 µg/m³ liegen) wurde entsprechend der vorläufigen Daten im Jahr 2017 in Graz überschritten (Graz Don Bosco an 49 Tagen, Graz Süd an 44 Tagen).

Die Jahresmittelwerte für Feinstaub (PM10) dagegen lagen, ähnlich den letzten drei Jahren, auf einem sehr niedrigen Niveau. Abgesehen von den hoch belasteten Monaten Jänner und Februar lagen die PM10-Konzentrationen während des restlichen Jahres 2017 fast durchwegs deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

 

Vorläufige Daten

Die vorläufige Feinstaubbilanz 2017 beruht auf vorläufigen Daten aus den Luftgütemessungen der Ämter der Landesregierungen und des Umweltbundesamtes. Die Qualitätssicherung der Daten wird im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen, erst dann können Grenzwertverletzungen definitiv festgestellt werden. Grenzwerte für Feinstaub, sowie Vorgaben für die Messung und Berichterstattung sind im Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) festgelegt. Im Fall von Grenzwertüberschreitungen sind entsprechende Maßnahmen zur Minderung der Belastung durch die Landeshauptleute umzusetzen.

 

Belastungsepisoden 2017 und langjähriger Trend

Ausschlaggebend für die Belastungsepisoden am Beginn des Jahres 2017 waren längere Zeiträume im Jänner und Februar mit niedrigen Temperaturen sowie mit dem häufigen Auftreten von Wetterlagen mit regionaler Schadstoffakkumulation und mit Fernverfrachtung von Feinstaub von Osten. Der langjährige Trend hingegen zeigt eine sinkende Belastung, verursacht durch Emissionsreduktionen in Österreich, aber auch in den Nachbarländern.

 

WHO-Richtwert für Feinstaubbelastung

Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Richtwert für den maximalen Tagesmittelwert von 50 µg/m³ – also gar keine Überschreitungen von 50 µg/m³ – wurde in Österreich im Jahr 2017 an 94 % aller Messstellen überschritten. Der WHO-Richtwert für den Jahresmittelwert von 20 µg/m³ wurde an etwa 30% der Messstellen überschritten.

 

Verursacher der Feinstaubbelastung

Die Belastung der Luft mit Feinstaub ist auf direkte Emissionen und auf die Bildung sogenannter sekundärer Partikel zurückzuführen. Der Großteil der österreichischen Feinstaub-Emissionen wird von den Sektoren Industrie (34 %), Kleinverbrauch (21 %), Landwirtschaft (20 %) und Verkehr (18 %) verursacht (Daten 2015). Im Kleinverbrauch entsteht Feinstaub bei Verbrennungsprozessen u.a. in manuell bedienten Öfen oder Heizungen für feste Brennstoffe; in der Industrie bei Verbrennungs- und Verarbeitungsprozessen (z. B. im Baugewerbe sowie im Bergbau). Im Verkehrssektor gelangt Feinstaub durch die Verbrennung von Kraftstoffen in die Luft, aber auch durch Brems- und Reifenabrieb und Aufwirbelung von Straßenstaub. In der Landwirtschaft tragen die Bearbeitung landwirtschaftlicher Flächen und die Tierhaltung zur Staubbelastung bei.

Vor allem im Osten Österreichs stellen sekundäre Partikel, die aus gasförmigen Vorläufersubstanzen (Schwefeldioxid, Stickstoffoxide und Ammoniak) gebildet werden, einen nennenswerten Teil der Feinstaub-Belastung dar. Die Hauptquellen der Vorläufersubstanzen sind im Fall von Schwefeldioxid Kraftwerke und Industrieanlagen (v.a. in Ostmitteleuropa), für Stickstoffoxide der regionale Straßenverkehr und für Ammoniak die regionale Landwirtschaft.

 

Fotocredit: colourbox.de
Quelle: Pressemeldung Umweltbundesamt vom 02.01.2018

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