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Management

Von Generalisten und Spezialisten: Was macht erfolgreiche Unternehmer aus?

25. September 2017, 14:09

Viele Wege führen ans Ziel, das zeigen unterschiedliche Lebensgeschichten: Larry Page entwickelt Google im Rahmen eines Forschungsprojekts. Mark Zuckerberg bricht sein Studium ab, um sich auf seine Webseite Facebook zu konzentrieren. Und J. K. Rowling schreibt am ersten Teil von „Harry Potter“, während sie mit Sozialhilfe ihre Tochter großzieht. Oliver Kerner, professioneller Vertriebstrainer, Speaker und Coach aus Bremen und Gründer von OK-Training, unterteilt Unternehmer in zwei Kategorien: Generalisten und Spezialisten. Beide haben verschiedene Prioritäten, tragen aber dennoch das Potenzial von Erfolg in sich.

 

Generalist

Gute Unternehmer können von allem ein wenig. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie der Stanford Universität.[1] Darin behauptet der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Edward P. Lazear, dass Alleskönner mit weitgefächerten Interessen und Begabungen Betriebe besonders gut führen können. Seine Begründung: Während sich die Angestellten mit spezifischen Fragestellungen auseinandersetzen, hat die Führungskraft die Gesamtheit aller Probleme im Blick.

 

Wer Zusammenhänge verstehen und schnell wie flexibel reagieren möchte, hält sich nicht mit Einzelheiten auf, sondern behält den groben Überblick. Besonders Investoren wie Carsten Maschmeyer oder Mark Cuban gelten als gute Beispiele für diesen Unternehmer-Typ. Neben ihren Haupttätigkeiten setzen sie sich mit der aktuellen Politik, der Medienlandschaft sowie Förderungen des Sports auseinander. Maschmeyer gehört zur Initiative Deutschland – Land der Ideen und zählt zu den Juroren des TV-Formats „Die Höhle der Löwen“. Cuban hat einen dauerhaften Platz in der Fernsehsendung „Shark Tank“ und kaufte 2011 die Basketballmannschaft Dallas Mavericks. Beide zeigen sich der Öffentlichkeit als vielschichtige Individuen, die sich nicht auf wenige Aspekte reduzieren lassen.

 

Spezialist

Als das direkte Gegenteil dieser Alleskönner gelten die Spezialisten. Sie sehen sich nicht nur als Leiter eines Unternehmens, sondern auch als Experten auf ihrem Gebiet. Ein besonderes Interesse an einem Produkt und der Wunsch nach Innovation treibt sie an. Anders als bei den breit aufgestellten Unternehmertypen halten diese fachbezogenen Individuen Halbwissen für gefährlich. Ihnen zufolge führt es zu Missverständnissen und schlussendlich zu falschen Entscheidungen. Computeringenieure wie Steve Wozniak zählen zu den bekanntesten Beispielen für diese Art von Unternehmern. Auch als „Woz“ bekannt, gilt er sowohl als der Erfinder des Personal Computers als auch der Mitbegründer von Apple. In seiner Autobiografie beschreibt er sich als Tüftler mit Lötkolben, der seine ersten Maschinen verschenken wollte. Dennoch: Sein Kapital schätzten Experten zuletzt auf fast 100 Millionen Dollar.

 

Mischformen

Natürlich handelt es sich bei Generalisten und Spezialisten um Extreme. Larry Page oder Mark Zuckerberg zählen beispielsweise zu den Unternehmern, die sich auf den IT-Bereich konzentrieren, aber dennoch nicht die Augen vor den sozialen und politischen Komponenten ihrer Produkte verschließen. J. K. Rowling sieht sich selbst vermutlich primär als Autorin, denkt aber in Bezug auf ihre Bücher und Filme unternehmerisch. Auch wenn die zwei Kategorien dabei helfen, bestimmte Unternehmertypen schneller zu identifizieren, gilt es im Hinterkopf zu behalten, dass auch Millionäre und Milliardäre mehr als eine Facette haben.

 
[1] Lazear, Edward P. “Balanced Skills And Entrepreneurship”, American Economic Review, Mai 2004, S. 208-211.

 

Fotocredit: Matthias Hornung
Quelle: Pressemeldung OK-Trainings von 25.09.2017

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