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Verpackungen weltweit: Von Ketchup-Flaschen und Portionsverpackungen

26. September 2017, 10:09

Traditionen, Kultur, Gewohnheiten, Ökonomie, Klima – diese und andere Komponenten nehmen Einfluss darauf, was wir essen und welche Medikamente wir einnehmen. Aber auch darauf wie diese Produkte verpackt sind. Als weltweit tätiger Hersteller von flexiblen Verpackungslösungen weiß Constantia Flexibles um die unterschiedlichen Ansprüche und liefert die jeweils passenden Verpackungen.

 

Alexander Baumgartner, CEO von Constantia Flexibles, nennt zwei Hauptgründe, warum es teilweise signifikante Unterschiede bei Verpackungen in verschiedenen Ländern oder auf Kontinenten gibt: „Einerseits müssen die unterschiedlichen Produkte und ihre Verpackungen verschiedenste Anforderungen erfüllen. Das wären zum Beispiel Haltbarkeit, Licht- oder Sauerstoffundurchlässigkeit sowie Transport- und Lagerbedingungen. Je nach Region oder Klimazone unterscheiden sich die Ansprüche, um die jeweiligen Produkte sicher und funktionell verpacken zu können. Andererseits fordern die Anbieter, insbesondere die von Markenprodukten, sich von Konkurrenzprodukten bestmöglich im Regal zu unterscheiden. Hier spielt die Verpackung eine wesentliche Rolle.“

 

Global gesehen kann jedenfalls festgehalten werden, dass der Trend in den letzten Jahrzehnten hin zu flexiblen Verpackungen geht: „Diese können beinahe an jede klimatische oder kulturelle Anforderung sowie jeden Kundenwunsch angepasst werden und dies mit effizienter und umweltschonender Materialnutzung“, erklärt Baumgartner.

 

Dieser Trend hat sich aber nicht von heute auf morgen entwickelt.

 

Von unverpackt über rigide Verpackungen bis hin zur flexiblen Verpackung

Historisch oder auch traditionell gesehen haben sich Verpackungen – nachdem Produkte lange Zeit gar nicht oder zumindest nicht individuell verpackt worden sind – von rigiden, also formstabilen Verpackungen wie Glas, hin zu flexiblen Verpackungslösungen entwickelt. Aber diese Entwicklung verlief oder verläuft nicht in jedem Land auf dieselbe Weise, weiß Nikolaus Wolfram, Senior Vice President Corporate Development, Innovation & Marketing bei Constantia Flexibles: „Europa ist hier eigentlich noch recht altmodisch. Während die Tendenz von unverpackt zu verpackt in Entwicklungsländern oder auch in Russland gleich hin zu flexiblen Verpackungen geht, werden in Europa für gewisse Produkte nach wie vor formstabile Materialien vom Konsumenten bevorzugt.“ Dies zeigt sich zum Beispiel an der Verpackung von Ketchup. In Russland wird Ketchup hauptsächlich in flexiblen Beuteln oder auch kleinen Portionsverpackungen verkauft, in Europa sind Ketchup-Tuben aus Kunststoff oder Glasflaschen wesentlich häufiger. Ähnliches gilt für Kindernahrung.

 

Tabletten aus der Glasflasche

Ein Beispiel zur Bedeutung von Konsumentengewohnheiten gibt es im Pharmabereich. Blister-Verpackungen – also Sichtverpackungen mit einer Aluminiumfolie als Rückwand – sind für die Verpackung von Tabletten weltweit gängig, nur die USA bilden eine Ausnahme. In den Vereinigten Staaten werden Tabletten meist in Glas- oder Plastikflaschen verkauft, obwohl Blister-Verpackungen hygienischer und sicherer sind. Dies liegt, laut Wolfram, auch am System der Medikamentenausgabe in den USA: „Zum Beispiel werden Tabletten in verschiedenen Mengen verschrieben, diese werden dann vom Apotheker abgezählt und in Glas- oder Plastikflaschen ausgegeben. Dieses System gibt es im Prinzip nirgendwo sonst auf der Welt.“

 

Ein weiterer Grund sind die erwähnten Konsumentengewohnheiten: „Gerade im Pharmabereich lassen sich Neuerungen nur schwer durchsetzen. Dies liegt zum Einen an aufwendigen Qualifizierungsverfahren für Neuverpackungen, zum Anderen vertrauen Konsumenten im Gesundheitsbereich eher bekannten Verpackungsformen. „Hier ist die Experimentierfreudigkeit des Konsumenten deutlich geringer als bei Nahrungsmitteln“, erklärt Wolfram.

 

Aber auch ökonomische Gründe können die Vorliebe für eine bestimmte Verpackungsform beeinflussen.

 

Portionsweise verpackt

Eine sehr interessante Entwicklung in Bezug auf Verpackungen ist derzeit in Indien zu beobachten. Während im ganzen Land noch keine, beziehungsweise industrielle Verpackungen wie Großsäcke gängig sind, geht der Trend auch hin zu Portionsverpackungen: „Begründen kann man diese Entwicklung durch ökonomische Bedingungen. Viele Arbeitnehmer in Indien werden tageweise, mit einigen Rupien bezahlt. Große Mengen einzukaufen, ist mit diesen Geldbeträgen nicht möglich“, so Wolfram. „Dinge, die nicht unverpackt sein können, wie Shampoos, werden daher oft als Einzelportionen verkauft.“

 

Ganz unabhängig von menschlichen Bedürfnissen, nimmt auch die Natur Einfluss auf Verpackungen.

 

Wenn die Chips-Tüte auf 3.000 Metern platzt

Bei der Erzeugung von Verpackungen werden auch die jeweiligen klimatischen Verhältnisse in einem Land berücksichtigt. So müssen Barriere-Eigenschaften in tropischen Gebieten mit feuchter Luft anders aufgebaut sein, um die Produkte vor Feuchtigkeit und Nässe zu schützen, als in Ländern mit einem eher trockenen, kalten Klima.

 

Auch extreme Höhenunterschiede spielen eine Rolle, wie Nikolaus Wolfram erklärt: „Nehmen wir zum Beispiel eine Chips-Tüte. In Mexiko muss diese andere Eigenschaften aufweisen, als in den USA, da viele auch stark bewohnte Gebiete wie Mexiko-Stadt über 2.000 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Eine Chips-Tüte, die für den US-amerikanischen Markt hergestellt wurde, könnte in dieser Höhe aufgrund des unterschiedlichen Luftdrucks platzen.“

 

Trends erkennen und darauf reagieren

Externe Marktreports mit demografischen Daten, wie Urbanisierung sowie der Austausch mit den meist auch weltweit vertretenen Kunden von Constantia Flexibles sind eine Basis für die Entwicklung der für die jeweiligen Länder passenden Verpackungslösungen, die andere ist firmenintern zu finden. Alexander Baumgartner: „Dadurch, dass unsere Standorte auf der ganzen Welt verteilt sind, bekommen wir das Wissen natürlich auch durch unsere Mitarbeiter in den jeweiligen Märkten.“

 

Die Wünsche der Kunden stehen jedenfalls im Mittelpunkt.

 

Maßanfertigungen für jeden Kunden

Die Anpassung der Verpackungen erfolgt nach Identifizierung der Anforderungen einerseits technisch – zum Beispiel zur Sicherstellung, dass die Verpackung auch in einer tropischen Umgebung funktioniert – andererseits das Verpackungsformat betreffend.

 

Auf den umkämpften Märkten, können Marken nicht auf Alleinstellungsmerkmale verzichten, um sich vom Wettbewerb zu unterscheiden. Auffallende, spezielle Verpackungsformate sind dafür perfekt geeignet, weiß auch Alexander Baumgartner: „Wir erzeugen die Verpackungen auf Basis der Wünsche unserer Kunden. Zumeist ist jede Verpackung letztlich eine Maßanfertigung, die auch die Ansprüche des jeweiligen Marktes erfüllt. Diese Ansprüche sind natürlich einem steten Wandel unterzogen.“

 

Ein Blick in die Zukunft

Auch aktuelle Verpackungstrends gestalten sich in verschiedenen Ländern beziehungsweise Kontinenten unterschiedlich. In Asien und hier vor allem auch in Indien, wird verstärkt auf die Recyclefähigkeit von Verpackungen gesetzt. Gesellschaft und Politik gleichermaßen, fordern die nachhaltige Wiederverwertbarkeit in einer Dynamik, die in Europa nicht in gleichem Ausmaß zu finden ist, obwohl der Nachhaltigkeitstrend im Verpackungsbereich in Europa seinen Anfang genommen hat. In den letzten Monaten hat sich aber auch in europäischen Ländern einiges bewegt.

 

Besonders in Ländern, in welchen Onlineshopping an Beliebtheit zunimmt, stellt sich auch die Frage nach der zukünftigen Rolle von Verpackungen, meint Nikolaus Wolfram: „Onlineshopping hat Einfluss auf die Verpackungsformate, wir wissen nur noch nicht genau, wie dieser aussehen wird. Verpackungen werden aktuell noch so gestaltet, dass sie optimal für das Regal im Supermarkt geeignet und sichtbar sind sowie den Kunden zum Kauf bewegen. Die Kaufentscheidung verläuft bei Onlineshops nicht mehr über die Verpackung, sondern eher über Onlinewerbemaßnahmen, wie Videos. Während im Online Handel die Verpackung in der Kaufentscheidung eine untergeordnete Rolle spielt, wird das Erlebnis im Moment des Öffnens möglicherweise wichtiger werden und Verpackungsformate verändern.“

 

Fotocredit: ©Constantia Flexibles
Quelle: Pressemeldung Constantia Flexibles von 29.08.2017

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