Energieträger Holz

Über 1.200 neue Biomassekraftwerke in den kommenden 10 Jahren

12. Dezember 2014, 14:19

Immer mehr Länder fördern erneuerbare Energien. Als Folge dieser Politik werden in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich über 1.000 zusätzliche Biomassekraftwerke errichtet. Allerdings hat die Förderung in einzelnen Ländern bereits ihren Höhepunkt überschritten, vor allem in Europa.

Die Stromerzeugung aus fester Biomasse ist weltweit weiter auf dem Vormarsch. Ende 2013 waren weltweit rund 2.800 Kraftwerke in Betrieb, die ausschließlich oder ganz überwiegend Biomasse verbrannten. Sie verfügten über eine Stromerzeugungskapazität von rund 42 GWel. Hinzu kam die Mitverbrennung von Biomasse in rund 350 fossilen Kraftwerken. In 10 Jahren werden geschätzt rund 4.100 Anlagen mit einer Kapazität von rund 67 GWel in Betrieb sein. Alleine in 2014 werden geschätzt rund 170 neue Kraftwerke mit einer Stromerzeugungskapazität von rund 3,6 GWel errichtet.

Die Förderung erneuerbarer Energien bleibt der wichtigste Marktfaktor für den Ausbau der Biomasseverstromung. Anfang 2014 hatten etwa 140 Länder Politiken für eine solche Förderung eingeführt, die meisten darunter auch für die Verstromung fester Biomasse. In Vietnam etwa wurde eine Einspeisevergütungen für Biomassestrom vor einigen Monaten eingeführt. Insgesamt existieren solche Vergütungen in gut 40 Ländern weltweit. In anderen Ländern gibt es andere Unterstützungsmaßnahmen. So wurde in Kolumbien jüngst eine Reduktion der Umsatzsteuer auf Biomassestrom gewährt, in Mexiko wurde der Netzzugang für diesen Strom erleichtert.

Europa bleibt auch in den kommenden 10 Jahren der größte Markt für die Verstromung fester Biomasse. Hier waren Ende 2013 gut 1.200 Biomassekraftwerke in Betrieb, bis Ende 2023 werden es geschätzt rund 1.750 sein. Allerdings ist Europa sehr fragmentiert und die Investitionsvoraussetzungen unterscheiden sehr deutlich in den einzelnen Ländern. Während in Großbritannien und Frankreich so viele Anlagen wie noch nie errichtet werden, wurde in Spanien, Lettland oder Tschechien die Förderung inzwischen wieder gekürzt oder ganz eingestellt. In Deutschland ist die Förderung im internationalen Vergleich zwar immer noch vergleichsweise hoch, sie entfaltet jedoch kaum noch Anreizwirkung, da alle Gunststandorte bereits seit Jahren erschlossen sind.

International zählen China, Indien, Brasilien und die USA zu den derzeit wichtigsten Märkten. Die größte Dynamik entfaltet der Markt für Biomassekraftwerke aktuell in Asien und Südamerika. Hier gibt es noch viele unerschlossene Gunststandorte, etwa in der Zucker-, Reis- und Holzindustrie. In Ländern wie Indonesien oder den Philippinen sorgt bereits ein geringes Unterstützungsniveau zu deutlich mehr Projekten, auch wenn nicht alle Ausbaupläne in den kommenden Jahren umgesetzt werden können.

Der Markt für die Verstromung von Biomasse ist häufig noch regional organisiert. Die wichtigsten Kunden bleiben Biomasse-affine Industrien wie die Papier- oder Zuckerwirtschaft, erst danach folgt die Energiewirtschaft.

Auch die Anlagenbauer sind häufig regional aufgestellt und es gibt nur eine Handvoll globaler Player. Die regionalen Stärken und Schwächen der einzelnen Technologieanbieter spiegeln dabei häufig die jeweilige Ausprägung der Förderstruktur wider – beispielsweise in Bezug auf Anlagengrößen oder Brennstoffe. So existieren in Brasilien Anbieter mit einem Schwerpunkt auf der Verbrennung von Zuckerrohr, in Österreich hat die Förderung von Kleinanlagen zu einer größeren Zahl von Anlagenbauern in diesem Bereich geführt.

Derzeit globalisiert sich mit der Internationalisierung der Nachfrage auch der Wettbewerb. Gerade für die europäischen Anlagenbauer, die über den größten Anteil im Weltmarkt verfügen, ist der Internationalisierungsdruck angesichts einer zunehmenden Zahl an gesättigten Märkten auf dem eigenen Kontinent groß. Auch die chinesischen Anbieter drängen zunehmend in ausländische Märkte.

Die Untersuchung „Biomass to Power“ ist die umfangreichste ihrer Art, da sie als einzige auf einer Auswertung des weltweiten Anlagenbestandes – und nicht nur der öffentlichen Statistiken – basiert.

Als anerkannter Strategieberater begleitet das Kölner Beratungsunternehmen ecoprog in- und ausländische Kunden bei umsetzungsorientierten Managementfragen mit politischem, technischem oder wirtschaftlichem Hintergrund in der Umwelt- und Energietechnik. Schwerpunkte des Unternehmens sind die Strategieberatung, Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie Multi-Client-Studien.

 

 

Quelle: ecoprog GmbH, Pressemeldung vom 04.12.2014

 

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