Stephan Eberharter

Management

Stephan Eberharter: „Man muss sich quälen, um etwas zu erreichen“

28. August 2017, 10:06

Skisport-Legende Stephan Eberharter beleuchtet auf der Personal Austria die Denkweise von Siegertypen

 

Er hat sportlich alles erreicht, viel verloren und sich zurückgekämpft: Stephan Eberharter gilt heute als Ski-Alpin-Legende. Wohl auch, weil er gezeigt hat, wie mit Engagement, Willenskraft und Leidenschaft Resilienz entsteht. Auf Österreichs größter HR-Fachmesse Personal Austria gibt er Einblicke in die Denkweise von Siegertypen.

 

1991 gewann Stephan Eberharter den WM-Super-G, legte im Slalom der Kombination eine Bestzeit hin und wurde mit gerade mal 21 Jahren Doppelweltmeister. Die Medien sprachen von einem „kometenhaften Aufstieg“. Doch nur zwei Jahre später folgte ein herber Rückschlag: Eberharter verletzte sich schwer und musste pausieren: „Auf Krisen habe ich mich mit gesundem Menschenverstand mental vorbereitet. Schon bis zu meinen ersten Erfolgen Anfang der Neunzigerjahre war es ein langer Weg. Dadurch war mir frühzeitig bewusst, dass es im Sport Höhen und Tiefen gibt.“ Die Freude am Skifahren und die Überzeugung, dass es weitergehen wird, haben ihn zur Fortsetzung seiner Karriere motiviert.

 

„Enttäuschungen gehören zum Leben dazu“

Im Laufe ihres Berufslebens werden auch Arbeitnehmer und Führungskräfte mit vielen Enttäuschungen konfrontiert, beispielsweise das gestrichene Projekt, die nicht gewährte Gehaltserhöhung oder die ausbleibende Beförderung. Welche Tipps hat Eberharter für einen konstruktiven Umgang mit diesen Emotionen? „Wichtig ist, nach Enttäuschungen rational zu reflektieren und daraus zu lernen, um die eigenen Stärken weiterzuentwickeln. Das ist der erste konkrete Schritt in Richtung des nächsten Erfolgs.“

 

In den Vereinigten Staaten werden CEOs inzwischen zunehmend als „Chief Educational Officer“ mit Trainern verglichen. Eberharter sieht darin die Verpflichtung für Führungskräfte, ihre Mitarbeiter mental zu unterstützen: „Als Geschäftsführer oder als Angestellter mit Personalverantwortung sind Sie für Ihr Team verantwortlich. Sie sollten in der Lage sein, verschiedene Charaktere zu motivieren und hinter einem Ziel zu vereinen.“

 

Der Vorgesetzte müsse das Verhalten, das er von seinem Team wünscht, authentisch vorleben. Dazu gehören Tugenden wie hohe Motivation und ehrliches Interesse an Menschen, ebenso wie gegenseitiges Vertrauen und konstruktive Kritik.

 

Leidenschaft ist ambivalent

Viele Manager stehen heute unter enormem Leistungsdruck und erwarten von ihren Mitarbeitern überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft. Das Stichwort „Belastbarkeit“ findet sich aktuell in jeder Stellenausschreibung unter den mitzubringenden persönlichen Voraussetzungen. Auch die Skisport-Legende teilt die Einschätzung, dass man „für etwas brennen muss, damit es auf Dauer funktioniert“. Dabei sei „Leidenschaft“ ein ambivalenter Begriff, dessen tatsächliche Bedeutung oft in den Hintergrund gerate. Stephan Eberharter: „Es bedeutet Leiden und Schaffen – durchhalten und sich quälen, um ein Ziel zu erreichen.“ Doch wie jeder Hochleistungssportler brauchen auch Mitarbeiter Regenerationsphasen. „Die Kunst erfolgreicher Führung besteht darin, die Stärken und Schwächen sowie die Leistungsfähigkeit seiner Teammitglieder richtig einschätzen zu können“, erklärt Eberharter. „Nicht jeder ist gleich belastbar. Hier ist aktives Management gefragt.“

 

Das Erfolgsrezept der „Siegertypen“

Im Vorfeld seiner Keynote auf der Personal Austria bescheinigt Eberharter Siegertypen „eine große Leidenschaft und Leidensfähigkeit“. Sie brächten gesunden Ehrgeiz und gleichzeitig Rationalität mit. Der 48-Jährige ist davon überzeugt, dass man sich für nachhaltigen Erfolg täglich neu motivieren und engagieren muss: „Der kommt nicht, wenn man auf der Couch liegt.“

 

Fotocredit: Personal Austria
Quelle: Pressemeldung Personal Austria von 09.08.2017

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