Zertifizierung

Sieben mal Plus für Entsorgungsbetriebe

25. Juli 2016, 13:26

Recycling und Entsorgung wird in Österreich ernst genommen – von den Einwohnern des Landes aber auch von vielen Betrieben. Im Streben nach noch mehr Qualität unterzogen sich zuletzt wieder einige Fachbetriebe aus der Branche dem Zertifizierungsverfahren nach EFB+. Im April wurden an sieben Unternehmen der Abfallwirtschaft und Recyclingbranche aus Österreich die EFB-plus-Registrierungsurkunden durch Bundesminister Andrä Rupprechter in Innsbruck übergeben.

Artikel aus Ausgabe 3/2016 – hier geht es direkt zur Heftbestellung!

Seit 2012 können zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe die EFB plus Zertifizierung durchführen und sind national der EMAS gleichgestellt. Mit der gesetzlichen Verankerung wurde Österreichs bewährtes freiwilliges Qualitätssicherungssystem der Entsorgungswirtschaft nochmals aufgewertet. „Österreich liegt in der Abfallwirtschaft im internationalen Vergleich an der Spitze. Die heute ausgezeichneten Betriebe stehen für zukunftsorientierte, ökologisch verantwortliche Entsorgungssicherheit und sind Vorbilder für alle Unternehmen in diesem Bereich,“ erklärte Umweltminister Rupprechter anlässlich der Verleihung.

Wer zertifiziert die Betriebe?

Der V.EFB (Verein zur Verleihung des Zertifikates eines Entsorgungsfachbetriebes) wurde im Jahr 1999 vom VÖEB und vom ÖWAV gegründet; Im Jahr 2002 traten die ISWA Austria und im Sommer 2013 der WKO Fachverband für Abfall- und Abwasserwirtschaft als weitere Mitglieder hinzu. Mithin sind im V.EFB heute die wichtigsten Interessensvertretungen der Recycling- und Abfallwirtschaftsbranche als Mitglieder aber auch im Vorstand des V.EFB vertreten.
Die V.EFB Organisation wird durch den Vorstand, den Fachbeirat, Gutachtern und einer Geschäftsstelle dargestellt. Diese Gremien setzen sich aus Experten zusammen, die alle einschlägigen Bereiche der Abfall- und Entsorgungswirtschaft repräsentieren. Dem V.EFB Fachbeirat obliegt dabei die Entscheidung über die Verleihung, Fortschreibung oder den Entzug des Zertifikates eines Entsorgungsfachbetriebes. Als Grundlage dafür dienen vom V.EFB-Gutachter erstellte, an den Fachbeirat weitergeleitete Begutachtungs- und Abweichungsberichte. Die zugelassenen V.EFB-Gutachter sind Umweltgutachter mit den spezifischen Branchenzulassungen der Abfallwirtschaft. Diese führen bei den Firmen vor Ort die Audits durch. So wird die Prüfung zum Entsorgungsfachbetrieb auf einem hohen Niveau sichergestellt. Das Motto des V.EFB bei der Auswahl der Entsorgungsfachbetriebe ist „Qualität vor Quantität“.
Mit der UMG Register Verordnung wurde der V.EFB gesetzlich verankert und ist der EMAS national gleichgestellt. Seither sind zwei Wege der Zertifizierung möglich: Die Standardzertifizierung EFB sowie die EFB plus Zertifizierung (EMAS Gleichstellung).

Anforderungen an die Betriebe

Die Anforderungen sind speziell für Unternehmen der Abfallwirtschaft und Recyclingbranche abgestimmt und betreffen:
Betriebsorganisation,
Rechtskonformität
(Legal Compliance),
personelle Ausstattung,
Betriebstagebuch,
Versicherungsschutz und Risikobewertung,
Tätigkeit (Beauftragter, Dritter),
Zuverlässigkeit des Betriebsinhabers,
Zuverlässigkeit der verantwortlichen Personen,
Mengenstromdarstellung,
Aus- und Weiterbildung der verantwortlichen Personen.

Eine Prüfliste, die sowohl intern als auch beim externen Audit zur Anwendung kommt, garantiert, dass keine wesentlichen Punkte übersehen werden.

Warum EFB?

Ein EFB-zertifizierter Betrieb garantiert einem potenziellen Auftraggeber, dass er ein exaktes Regelwerk befolgt, welches für Rechtssicherheit, eine Optimierung der Betriebsabläufe und eine transparente Betriebsorganisation steht. Sieben Gutachter-Organisationen mit mehr als 20 Gutachtern überprüfen die Einhaltung für den V.EFB.
Bestehende Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme, die von Unternehmen durch Zertifizierungen oder Validierungen bereits eingeführt wurden, werden durch den EFB fachspezifisch ergänzt, denn ISO 9001 beziehungsweise ISO 14001 gelten allgemein für Betriebe des Produktions- und Dienstleistungsbereiches und sind nicht explizit für die Abfallwirtschaft konzipiert.
Ein weiterer großer Vorteil ist die Berücksichtigung des EFB–Zertifikates in Ausschreibungen öffentlicher und privater Auftraggeber. Somit wird ein hoher Qualitäts- und Umweltstandard bei der ausgeschriebenen Leistung gewährleistet. Die V.EFB-Zertifizierung kann im Rahmen von Eignungs- und Auswahlkriterien Berücksichtigung finden.

Hilfe durch den V.EFB

Basierend auf Rechtsgutachten renommierter Vergaberechtsspezialisten stellt der V.EFB als Hilfe und Unterstützung Textbausteine für ein– und zweistufige Ausschreibungsverfahren zur Verfügung, die sich bereits in bisherigen Vergabeverfahren bewährt haben. Die Textbausteine werden unter www.vefb.at zur Verfügung gestellt. Bei der Verwendung ist natürlich auf die gewählte Vergabeart Rücksicht zu nehmen.
Die V.EFB Zertifizierung wurde bereits in folgenden Gesetzen und Verordnungen berücksichtigt und mit Vorteilen bedacht:
UMG durch Register VO,
AWG und AWG Novelle Industrie,
EEffG,
Umweltinspektionsplan.

Foto: Andrä Rupprechter © VEFB

 

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