Ausbildung

Offener Brief

12. Dezember 2016, 13:03

Sehr geehrte Frau Präsidentin Reitterer,
Sehr geehrter Herr Präsident Kaske,
Sehr geehrte Damen und Herren Gewerkschafter,

ich bin Lehrer für Wirtschaftsfächer an der Wirtschafts- und Tourismusschule HLTW13 Bergheidengasse. Seit vielen Jahren Bereichsleiter für den Ausbildungsschwerpunkt Hotel-und Gastronomiemanagement. Seit 10 Jahren Ideengeber und Projektleiter von „das Theaterhotel“. Mehr als 1000 Schülerinnen haben „das Theaterhotel“ durch Ihren Arbeitseinsatz und dank ihrer Begeisterung zur Gastgeberrolle und dem Fach Hotelmanagement zu Österreichs größter Schulcharity gemacht. Und „das Theaterhotel“ ist seit 2016 „Ehrenmitglied“ der ÖHV.

Am 06. 10. 2016 war ich Gast einer ÖHV-Tagung im Hilton Vienna Plaza. 180 Teilnehmer aus der Hotelbranche blickten dem „Tag der offenen Hoteltür“ am 9. 10. 2016 mit großer Spannung entgegen. Die ÖHV und mehr als 80 Mitgliedsbetriebe alleine in Wien, haben diesen mit großem Aufwand vorbereitet. Auch wir an den berufsbildenden Schulen organisieren Jahr für Jahr „Tage der offenen Tür“. Als Verantwortlicher weiß ich ganz genau, was da an Ressourcen investiert wird.

Allergrößte Betroffenheit hat dann bei mir eine in dieser Konferenz vorgebrachte Presseaussendung der VIDA ausgelöst. Die Kritik der VIDA an der Hotelbranche insgesamt wurde exakt in den Tagen durch Medien geschickt, wo engagierte Hotelbetriebe mit einer spannenden Initiative alles daran setzen, Jugendliche für eine sinnvolle Ausbildung anzusprechen. Wenn ich dann in dieser Aussendung noch lese, dass man sich in der Befragung auf eine Stichprobe von knapp mehr als 100 Personen in Wien stützt, tut das eigentlich nur noch weh.

Meine Fragen an Sie, sehr geehrte Interessensvertreter/-innen:

1. Österreich hat eine hohe Arbeitslosenrate. – Ist da nicht jede Initiative vorweg großartig, wenn es darum geht, junge Damen und Herren in eine gute Ausbildung bzw. Beschäftigung zu bekommen?

2. In Österreich ausgebildeten Hotelmitarbeiter/-innen eilt mit den Schweizer Kolleg/-innen aus der Hotelbranche ein „Weltruf“ voraus. Wir sind ein Tourismusland, verfügen über herausragende Standortvorteile und Ausbildungssysteme. Sollte wir nicht auch in Zukunft alles daran setzen, diese Positionierung zu halten bzw. die sich ergebenden Chancen in einer globalisierten Welt noch besser nutzen?

3. Sollte nicht auch in Zukunft alles dafür getan werden, exzellente Fachkräfte auszubilden, damit diese im besten Falle auch international als „Botschafter des Kulinarium Österreich“ der Welt zeigen, wie man eine perfekte Gasteberrolle lebt?

4. Die Absolvent/-innen der HLTW13 werden von der Hotellerie und Qualitätsgastronomie umworben. Das macht uns als Wiens größter Ausbildungsstandort stolz. Und wir sind unseren herausragenden Ausbildungsbetrieben (während des Schuljahres und in der Begleitung unzähliger Ferialpraktika) dankbar.

Sie lesen richtig: „Dankbar“. Denn in vielen Fällen wird von diesen Betrieben mehr investiert, als ein jugendlicher Praktikant zurückgeben kann. In eben diesen Ferialpraktika sammeln unsere Jugendlichen wertvolle Erfahrungen, und wir können, gerade auch aktuell, auf eine sehr hohe Zufriedenheitsrate der auszubildenden Jugend verweisen. Es sind die Kernkompetenzen und eine Reihe von Zusatz-kompetenzen, die unsere Schulabgänger/-innen für das Personal – Recruiting auch zahlreicher anderer Dienstleistungsbetriebe und Branchen so wertvoll machen. Wir schaffen die Umsetzung auf hohem Niveau nur mit der Unterstützung unserer Hotel- und Gastronomiepartner. Oder haben Sie da andere Vorschläge für uns?

5. Wenn die Presseaussendung der VIDA gerade in der Phase einer Job- und Beschäftigungsoffensive der ÖHV an die Öffentlichkeit gebracht wird, schaut mir das nach Trittbrettfahrermentalität aus. Kann es sein, dass VIDA in schweren Zeiten der Kollektivvertragsverhandlung aufzeigen will, dass man auch in der Arbeitnehmervertretung die Hausaufgaben in eigener Sache gemacht hat?

6. Damit es kein Missverständnis gibt: Eine engagierte Arbeitnehmer/-innen-Vertretung ist aus meiner Sicht überhaupt nicht wegzudenken. Sie ist eine eminent wichtige Größe im gesamten politischen Diskurs. Und Interessengegensätze und der anzustrebende Interessensausgleich zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer/-innen-Vertretern ist fester Teil unseres Demokratieverständnisses. Ich sehe die sozialpartnerschaftliche Verantwortung durch die mehr als dünne Stichprobe Ihrer Befragung und speziell durch den von Ihnen getroffenen Zeitpunkt der Veröffentlichung verletzt.

Es darf daher mit Blick auf den 09. 10. 2016 auch die Frage nach der sozialpartner-schaftlichen Verantwortung gestellt werden. Sind Sie im Rückblick der Meinung dass diese Verantwortung mit Blick auf die Bemühungen rund um die Lehrlingsoffensive der ÖHV auch von Ihrer Seite gelebt wurde?

7. Auch wollen sich meine Schüler/-innen den Stolz auf ihre beruflichen Leistungen, den sie in ihrer bisherigen 2, 3, 4 Jahre währenden harten Ausbildungslaufbahn aufgebaut haben, nicht mit einer negativen Pauschalbewertung der Hotel – und Gastronomiebranche kleinreden lassen. Es ist nicht richtig, „die Polizei“, „die Banken“, „die Lehrer“, „die Politiker“ … etc. pauschal ins Eck zu stellen. Finden Sie nicht auch, das dieser Fingerzeig auf „die Hotelbranche“ genau diesem negativen gesellschaftlichen Reflex entspringt?

Ich als Lehrer /wir, als Auszubildende im Ausbildungsschwerpunkt Hotel- und Gastronomiemanagement haben als zukünftige Arbeitnehmer-/innen eine andere Vorstellung von „Sozial-Partnerschaft“ als VIDA das in den letzten Tagen gelebt hat. Ja! Hart in der Auseinandersetzung immer dort, wo Interessengegensätze auf dem Tisch liegen. Aber fair und kooperativ, wenn es um betriebliche Bemühungen wie dem „Tag der offenen Hoteltür“ geht. An diesem 9. 10. 2016 ging es neben dem individuellen Nutzen (eine gute Ausbildung finden!) auch um den gesellschaftlichen Nutzen (Beschäftigung schaffen!). Das ist doch nicht von der Hand zu weisen, oder?

Wir hoffen, dass trotz der Misstöne in dieser Woche, dem „Tag der offenen Hoteltür“ genau der Riesenerfolg und die Aufmerksamkeit beschert war, den auch unsere HLTW13, in all den Jahren ihres Bestandes an „Tagen der offenen Tür“ geschenkt bekommen hat. Die erreichten schulischen Erfolge stehen oft in einem engen Zusammenhang mit dem „Brand“ oder den „Visionen“ langjähriger Kooperationspartner aus der Qualitätshotellerie und Gastronomie. Diese Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen von Schule in Unternehmen und umgekehrt werden erfolgreiche BHS-Konzepte auch in Zukunft wie einen Bissen Brot brauchen.

Gerne laden wir Vertreter/-innen der Gewerkschaft, der ÖHV und der Hotellerie zu einer offenen Diskussion dieser Fragen an die HTLW13 ein. Gerne werden wir das Podium an diesem Tag auch mit Schülervertretern und – Schülervertreterinnen beschicken. Als Termin schlagen wir Ihnen einen Mittwoch im Dezember mit Start um 11.30 vor.
Wir freuen uns auf Ihre Antwort. Und wir freuen uns auf Ihre Zusage, die spannenden Fragen der Branche mit uns im Rahmen der Praxisgespräche Bergheidengasse zu diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Mag. Helmut Kuchernig-Hoffmann

Weitere Unterzeichner des offenen Briefes:

MMag. Margit Bogensperger (ASP Hotelmanagement)
Dipl. Päd. Harald Gruber (Bereichsleiter /ASP Hotelmanagement)
+ weitere 33 Unterzeichner

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