#mission2030

Politik/Wirtschaft

Klima- & Energiestrategie: Ende des fossilen Zeitalters

6. April 2018, 9:46

Köstinger: Mit der Klima- und Energiestrategie beginnt das Ende des fossilen Zeitalters

 

#mission2030 ist Grundstein für das Erreichen der Klimaziele bis 2030 und Einladung an alle, daran mitzuarbeiten.

 

„Wir legen heute etwas vor, das vielen Bundesregierungen vor uns nicht gelungen ist. Die Klima- und Energiestrategie ist ein Bekenntnis der Österreichischen Bundesregierung zu den Zielen des Pariser Abkommens und den EU Zielen bis 2030“, so Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger bei der Präsentation der „#mission2030“ Klima- und Energiestrategie am Dienstag am Gelände der Wirtschaftsuniversität Wien.

 

Auch wenn Österreich im internationalen Vergleich gut aufgestellt und reich an natürlichen Energieressourcen ist, hat die Summe an Einzelmaßnahmen bisher nicht zum Ziel geführt. Es braucht mehr, um die Klima- und Energieziele bis 2030 zu erreichen. Diese Strategie wurde jetzt erarbeitet. Sie beinhaltet einen Weg für eine saubere und sichere Energiewende – Maßnahmen, unser Klima bestmöglich zu schützen und die Energieversorgung in Österreich sicherzustellen. „Eine Strategie mit Hausverstand, die Klimaschutz und Wirtschaft nicht ausspielt, sondern zusammenbringt“, so Köstinger.

 

Beste Energie ist die, die gar nicht erst gebraucht wird

Klimaschutz und Wirtschaftswachstum sind kein entweder oder, sondern ein sowohl als auch. Aktiver Klimaschutz wird auch die Wirtschaft und Innovation stimulieren. Das bedeutet konkret, dass Österreich die Energieeffizienz steigern muss. „Wir werden daher eine Offensive für thermische Sanierungen starten. Dort ist viel zu holen, denn Raumwärme zählt einerseits zu den größten Verursachern von Emissionen und ist andererseits der Bereich, wo Reduktion des Energieaufwands mit einfachen Maßnahmen möglich ist.“

Für die Energie, die tatsächlich gebraucht wird, wird noch stärker als bisher auf erneuerbare Energie gesetzt. Ein wichtiger Schritt ist das „100.000 Dächer Programm“ für Photovoltaik-Anlagen, das rasch in Umsetzung gehen wird. „Jedes Haus soll ein kleines Kraftwerk werden. Es muss möglich sein, dass jeder Häuslbauer den Strom, den er braucht, selbst herstellen kann“, so Köstinger. Sonnenstrom wird nicht immer in dem Moment gebraucht, in dem er erzeugt wird. Deshalb muss Strom gespeichert werden – dezentral und in vielen kleinen Einheiten. Ziel ist es, 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energieträgern zu gewinnen. „Beim Gesamtenergiebedarf wollen wir den Anteil erneuerbarer Träger von derzeit 35 Prozent auf 45 bis 50 Prozent anheben“, so Köstinger.

 

Schrittweiser Ausstieg aus Ölheizungen

Ab 2020 sollen im Neubau keine neuen Ölheizungs-Anlagen mehr installiert werden. Ab 2025 beginnt der schrittweise Ausstieg aus den bestehenden 700.000 Anlagen, zuerst bei den allerältesten und schmutzigsten Anlagen. So können bei einer Umstellung der Ölheizungen auf Heizungssysteme auf Basis erneuerbarer Energie bis 2030 gut 2 Mio. Tonnen CO2 gegenüber dem heutigen Stand eingespart werden. „Dieser Ausstieg wird Schritt für Schritt erfolgen, und zwar auf sozial verträgliche Art und Weise“, stellt Köstinger klar.

 

Klimaschutz muss ein Anliegen aller sein, nicht nur der Regierung

Die Klima- und Energiestrategie soll Grundlage für das Handeln der Österreichischen Bundesregierung in den nächsten Jahren sein. Sie soll aber nicht als abgeschlossener Maßnahmen-Katalog verstanden werden, sondern als Prozess, an dem jeder mitarbeiten soll. Unter www.mission2030.bmnt.gv.at kann die Klima- und Energiestrategie heruntergeladen werden. „Auf ihr bauen wir die notwendigen Maßnahmen auf, die wir ab nun gemeinsam erarbeiten und diskutieren. Wir laden alle Österreicherinnen und Österreicher dazu ein, daran mitzuarbeiten und Ideen einzubringen. Klimaschutz wird nur dann gelingen, wenn er nicht nur ein Regierungsprojekt ist. Es muss ein Anliegen aller Menschen sein. Auf diesem Grundsatz baut diese Strategie auf“, so Köstinger abschließend.

 

Fotocredit: Paul Gruber
Quelle: Pressemeldung BUNDESMINISTERIUM FÜR NACHHALTIGKEIT UND TOURISMUS vom 03.04.2018

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