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Holzwirtschaft

Holzindustrie Schweighofer in Rumänien : Nachvollziehbarkeit von Rundholzlieferungen noch transparenter

31. August 2017, 10:40

Im April 2017 implementierte Holzindustrie Schweighofer in Rumänien das in der europäischen Holzwirtschaft einzigartige GPS-System Timflow zur transparenten Nachverfolgung von Rundholzlieferungen. Dieses Kernstück des Maßnahmenpakets des Unternehmens zur Bekämpfung illegaler Schlägerungen in Rumänien ermöglicht ein lückenloses Monitoring der Transportroute vom Verladeplatz bis zum Werkstor. Die gesammelten Informationen inklusive GPS-Daten und Fotos der Fuhren sind auch für die Öffentlichkeit unter www.timflow.com einsehbar. Die Zugänglichkeit der Daten wird mit der jüngsten Weiterentwicklung von Timflow erheblich ausgeweitet und somit die Transparenz größtmöglich erhöht.

 

Timflow 2.0 macht Holzlieferungen leichter sichtbar

Für interessierte Bürger war es bislang notwendig, das Lieferdatum und das Kennzeichen des Lkw zu kennen, um Daten zu Holzlieferungen online einzusehen. Mit dem jüngsten Update von Timflow wurde die Datenabfrage erheblich vereinfacht: registrierte Nutzer brauchen nur Datum und Werk auszuwählen und erhalten sämtliche Daten zu allen Rundholz-Lkw, die an dem gewählten Tag im gewählten Werk eingingen. Dieses Angebot ist einzigartig – kein anderes Unternehmen der Holzindustrie bietet ein dermaßen hohes Maß an Transparenz.

 

Hohe Akzeptanz bei Lieferanten

Holzindustrie Schweighofer verpflichtete mit 3. April 2017 alle Lieferanten am Timflow-System teilzunehmen, nur wenige entschieden sich dagegen – sie wurden aus der Lieferkette ausgeschlossen. Aktuell sind 660 Lkw mit dem entsprechenden GPS-Gerät ausgestattet. Täglich werden im Schnitt 91 Lieferungen an den Toren der drei rumänischen Sägewerke überprüft. Insgesamt beläuft sich der Aufwand der Kontrollen auf rund sieben Stunden pro Werk und Tag. Dan Banacu, General Manager von Holzindustrie Schweighofer Rumänien: „Der Aufwand lohnt sich, das System wurde seit seiner Einführung sehr gut angenommen. Bislang mussten keine Fuhren abgewiesen werden, nur vereinzelt wurden Mahnungen aufgrund von mangelnder Fotoqualität ausgesprochen.“

 

Insgesamt wurden bisher rund EUR 130.000 in die Entwicklung und Implementierung von Timflow investiert. Neben Timflow, welches derzeit nur von der Holzindustrie Schweighofer eingesetzt wird, bleiben die staatlichen Systeme SUMAL und Inspectorul Padurii (siehe Hintergrundinformation, Anm.) essentiell für eine transparente und nachhaltige Forstwirtschaft in Rumänien.

 

Hintergrundinformation

Wie funktioniert Timflow?

Timflow ist eine GPS-gestützte Applikation zur Rückverfolgung von Rundholz-Lkw. Jeder Lkw, der Rundholz an Holzindustrie Schweighofer in Rumänien liefert, muss mit dem Timflow GPS-Sender ausgestattet sein. Der Fahrer muss nach abgeschlossener Verladung noch im Wald Fotos von der Fuhre machen. Bei Ankunft im Werk überprüfen Holzindustrie Schweighofer Mitarbeiter die Transportroute mittels GPS-Daten auf Plausibilität und vergleichen die Fotos mit der eingetroffenen Ladung. Unregelmäßigkeiten, wie etwa nicht erklärbare Umwege oder Abweichungen zwischen Fotos und eingetroffener Fuhre werden umgehend untersucht und wo notwendig, die Behörden verständigt. www.youtube.com/watch?v=KCSu6pqkcVw

 

SUMAL: Ein Datenbank-gestütztes System der rumänischen Regierung zur Nachvollziehbarkeit von Holztransporten.

 

Inspectorul Padurii: System der rumänischen Regierung für eine transparente Darstellung und Nachvollziehbarkeit von Holzernten und von Daten, welche von SUMAL gesammelt wurden. Ziel von Inspectorul Padurii ist es u.a. der Bevölkerung ein Werkzeug zur Verfügung zu stellen, um unrechtmäßige Holzschlägerungen zu identifizieren.

 

Schweighofer Maßnahmenpaket für nachhaltige Holzwirtschaft in Rumänien – die wichtigsten Punkte

 

  • Holzindustrie Schweighofer unterstützt die Einführung des FSC-Standards in Rumänien mit einem Bonus von rund2 € pro Festmeter Rundholz

Um eine nachhaltige, den hohen FSC-Standards entsprechende Lieferkette in Rumänien zu etablieren, zahlt Holzindustrie Schweighofer einen Aufschlag für FSC-zertifiziertes Holz. Seit 2012 wurde die FSC Zertifizierung in Rumänen mit über 1,25 Mio. € gefördert.

 

  • GPS-Tracking bringt volle Transparenz in der Lieferkette

Holzindustrie Schweighofer hat ein GPS-System in Rumänien (Timflow) implementiert. Dieses System geht weit über die gesetzmäßig vorgeschriebenen Maßnahmen hinaus. Jeder Lastwagen, der Holz in die Produktionsanlagen oder Holzsammelstellen von Holzindustrie Schweighofer liefert, ist mit einem GPS Sender ausgestattet. Dieser dokumentiert die exakte Lieferroute und ermöglicht so eine genaue Rückverfolgung bis zum Ladepunkt. Die Daten sind öffentlich zugänglich: www.timflow.com.

 

  • Intensivierter Stakeholder Dialog

Holzindustrie Schweighofer verbesserte und intensivierte während der vergangenen zwei Jahre den Dialog mit seinen Stakeholdern. Holzindustrie Schweighofer bekennt sich zu einem offenen und sachlich geführten Dialog mit NGOs und der Zivilgesellschaft. Gemeinsames Ziel ist es, die Nachhaltigkeit der Holzverarbeitung sicherzustellen und hier weiteres Optimierungspotential auszuloten.

 

  • Umfassendes Assessment: Audit durch renommierte Indufor Gruppe

2016 unterzog Holzindustrie Schweighofer ihre internen Prozesse einer tiefgreifenden Analyse. Die unabhängige finnische Beratungsgesellschaft Indufor untersuchte die Prozesse von Holzindustrie Schweighofer und nahm die Lieferkette und Sägewerke vor Ort unter die Lupe. Das Ergebnis: Das Due Diligence System bei Holzindustrie Schweighofer geht weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und entspricht den Anforderungen der European Timber Regulation (EUTR), die das Inverkehrbringen legalen Holzes in der Europäischen Union regelt.

 

  • Strenge Kontrollen bei sensiblen Waldgebieten

Holzindustrie Schweighofer hat ein landkarten-gestütztes Risikominimierungs-System entwickelt. Es basiert unter anderem auf einer von der Rumänischen Gesellschaft für Forstzertifizierung veröffentlichten Landkarte mit Regionen, die anfällig für unrechtmäßige Holzernten sind. Darüber hinaus werden Nationalparks und Urwälder berücksichtigt. Erwirbt Holzindustrie Schweighofer Holz aus diesen Gebieten oder aus Regionen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Urwäldern, gehen die Mitarbeiter des Unternehmens mit besonderer Sensibilität vor. Beispielsweise werden die Kerndokumente, welche für eine legale Ernte nötig sind (die amtliche Erntemengenfeststellung APV, das Frachtdokument „Aviz“ und der Waldbewirtschaftungsplan), mit erhöhter Aufmerksamkeit und Akribie auf Authentizität überprüft.

 

  • Compliance Team aufgestockt

Ein gründlicher Due-Diligence-Prozess benötigt eine entsprechende Anzahl von Fachkräften. Holzindustrie Schweighofer verdoppelte sein Team für Compliance und Zertifizierungstätigkeiten in den letzten Monaten auf mittlerweile 16 Mitarbeiter.

 

  • Ausschluss oder Suspendierung von Lieferanten bei Nichteinhaltung der Schweighofer Einkaufspolicy

Lieferanten, die gegen die Einkaufspolitik von Holzindustrie Schweighofer verstoßen, werden aus der Lieferkette ausgeschlossen.

 

  • Holzindustrie Schweighofer akzeptiert kein Holz aus Nationalparks

Obwohl der rumänische Gesetzgeber Abholzungen in so genannten Pufferzonen sowie Schadholzernten in Nationalparks erlaubt, akzeptiert Holzindustrie Schweighofer grundsätzlich keine Lieferungen aus Nationalparks.

 

  • Antikorruptions- und Compliance Trainings

Für rumänische Mitarbeiter von Holzindustrie Schweighofer, insbesondere für jene, die im Einkauf tätig sind, gibt es regelmäßige Antikorruptions- und Compliance-Trainings.

 

Holzindustrie Schweighofer bekennt sich zu einem transparenten und offenen Diskurs in der Öffentlichkeit. Mit seiner Website www.schweighofer-initiative.org möchte das Unternehmen einen Beitrag zu diesem Diskurs leisten und seine Anstrengungen im Sinne der Nachhaltigkeit darstellen.

 

Rumäniens Wälder wachsen

In den vergangenen 15 Jahren wuchsen Rumäniens Wälder um 4.950 km², das entspricht mehr als der gesamten Fläche aller Nationalparks des Landes( 3.200km²). Vom Jahr 2000 bis 2015 vergrößerte sich die bewaldete Fläche des Landes von 27,7% auf 29,8%1.

 

Fotocredit: Colourbox.de
Quelle: Pressemeldung Schweighofer Group von 30.08.2017

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