Forstwirtschaft

Holzindustrie Schweighofer im Dialog mit FSC: Definition eines Fahrplans zur Beendigung der Dissoziierung

6. April 2017, 10:58
  • ‚Memorandum of Understanding‘ legt Fahrplan für die nächsten Monate fest
  • Holzindustrie Schweighofer bekennt sich zu Transparenz und Offenheit sowie zum Dialog mit Umweltschutzorganisationen und anderen Stakeholdern

Nachdem das globale Forstzertifizierungssystem Forest Stewardship Council (FSC) im Februar 2017 die Schweighofer Gruppe dissoziiert hatte, wurde nun ein Fahrplan zur Beendigung der Dissoziierung definiert.
Holzindustrie Schweighofer wird im Sinne der Prinzipien von Transparenz und Offenheit die FSC – Experten bei der Untersuchung der offenen Punkte voll unterstützen. Inzwischen hat das Unternehmen die Implementierung eines eigenen GPS Systems „Timflow“, das die Holzlieferungen vom Ladepunkt bis zum Werkstor auch für die Öffentlichkeit transparent macht, abgeschlossen. Rund 500 LKW, die das Holz zu den Werken von Holzindustrie Schweighofer liefern, sind mit dem so genannten Timflow System ausgerüstet.
 
As ersten Schritt wird FSC gemeinsam mit verschiedenen Stakeholdern die Kriterien sowie die Indikatoren für deren Verwirklichung für die Wiederaufnahme in das Zertifizierungssystem festlegen.
Dazu Frank Aigner, Geschäftsführer der Schweighofer Gruppe: „Unser Ziel ist, den bereits erarbeiteten und von FSC grundsätzlich gewürdigten Aktionsplan (im Original: „plan for corrective action“; Anm.) derart auszurichten, dass wir wieder assoziiert werden.
Die Information und Einbindung der Stakeholder, der Schutzgebietsverwaltungen, der Grundeigentümer sowie der Umweltorganisationen ist dabei essentiell. Entsprechend unseres im Jänner 2017 vorgestellten Maßnahmenplans zur Sicherung einer nachhaltigen Holzindustrie in Rumänien bekennen wir uns zu einer offenen, transparenten und nachvollziehbaren Kommunikation.“
 
Bezüglich der Dauer des Re-Assoziierungsprozesses wollte man sich bei FSC und Holzindustrie Schweighofer nicht festlegen. Von Seiten der Holzindustrie Schweighofer werde man jedenfalls alles unternehmen, um FSC von der der Gründlichkeit und Tragfähigkeit der Maßnahmen, die das Unternehmen zum Schutz der Wälder durchführt, zu überzeugen.
 
Bei Holzindustrie Schweighofer bekräftigte man in diesem Zusammenhang, alles im Rahmen des Möglichen zu unternehmen, um unrechtmäßiges Schlägern von Holz in Rumänien zu bekämpfen.
 
„Wir nehmen diese Verantwortung aktiv wahr, auch wenn wir selbst kein Holz ernten. Wir werden jedenfalls den eingeschlagenen Weg zum Schutz der rumänischen Urwälder konsequent weitergehen, im Sinne unserer Kunden, Zulieferer sowie unserer anderen Stakeholder.“ so Frank Aigner. „Wir bekennen uns zu 100% zum Schutz des Rumänischen Naturerbes und wollen in diesem Zusammenhang unserer Verantwortung künftig besser wahrnehmen, gleichzeitig wollen wir auch weiterhin Partner und Teil einer nachhaltigen lokalen Forstwirtschaft sein“, so Aigner, abschließend.
 
Hintergrundinformationen:
Im Jänner 2017 veröffentlichter Schweighofer Maßnahmenpaket für nachhaltige Holzwirtschaft in Rumänien – die wichtigsten Punkte
• Holzindustrie Schweighofer unterstützt die Einführung des FSC-Standards in Rumänien mit einem Bonus von rund 2 € pro Festmeter Rundholz
Um eine nachhaltige, den hohen FSC-Standards entsprechende Lieferkette in Rumänien zu etablieren, zahlt Holzindustrie Schweighofer einen Aufschlag für FSC-zertifiziertes Holz. Seit 2012 wurde die FSC-Zertifizierung in Rumänen mit über 1 Mio. € gefördert.
• GPS-Tracking bringt volle Transparenz in der Lieferkette
Holzindustrie Schweighofer hat ein GPS-System in Rumänien (Timflow) implementiert. Dieses System geht weit über die gesetzmäßig vorgeschriebenen Maßnahmen hinaus. Das Ziel: Jeder Lastwagen, der Holz in die Produktionsanlagen oder Holzsammelstellen von Holzindustrie Schweighofer liefert, ist mit einem GPS-Sender ausgestattet. Dieser dokumentiert die exakte Lieferroute und ermöglicht so eine genaue Rückverfolgung bis zum Ladepunkt.
• Intensivierter Stakeholder Dialog
Holzindustrie Schweighofer verbesserte und intensivierte während der vergangenen zwei Jahre den Dialog mit seinen Stakeholdern. Holzindustrie Schweighofer bekennt sich zu einem offenen und sachlich geführten Dialog mit NGOs und der Zivilgesellschaft. Gemeinsames Ziel ist es, die Nachhaltigkeit der Holzverarbeitung sicherzustellen und hier weiteres Optimierungspotential auszuloten.
• Umfassendes Assessment: Audit durch renommierte Indufor Gruppe
2016 unterzog Holzindustrie Schweighofer ihre internen Prozesse einer tiefgreifenden Analyse. Die unabhängige finnische Beratungsgesellschaft Indufor untersuchte die Prozesse von Holzindustrie Schweighofer und nahm die Lieferkette und Sägewerke vor Ort unter die Lupe. Das Ergebnis: Das Due Diligence System bei Holzindustrie Schweighofer geht weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und entspricht den Anforderungen der European Timber Regulation (EUTR), die das Inverkehrbringen legalen Holzes in der Europäischen Union regelt.
• Strenge Kontrollen bei sensiblen Waldgebieten
Holzindustrie Schweighofer hat ein landkarten-gestütztes Risikominimierungs-System entwickelt. Es basiert unter anderem auf einer von der Rumänischen Gesellschaft für Forstzertifizierung veröffentlichten Landkarte mit Regionen, die anfällig für unrechtmäßige Holzernten sind. Darüber hinaus werden Nationalparks und Urwälder berücksichtigt. Erwirbt Holzindustrie Schweighofer Holz aus diesen Gebieten oder aus Regionen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Urwäldern, gehen die Mitarbeiter des Unternehmens mit besonderer Sensibilität vor. Beispielsweise werden die Kerndokumente, welche für eine legale Ernte nötig sind (die amtliche Erntemengenfeststellung APV, das Frachtdokument „Aviz“ und der Waldbewirtschaftungsplan), mit erhöhter Aufmerksamkeit und Akribie auf Authentizität überprüft.
Compliance Team aufgestockt
Ein gründlicher Due Diligence Prozess benötigt eine entsprechende Anzahl von Fachkräften. Holzindustrie Schweighofer verdoppelte sein Team für Compliance und Zertifizierungstätigkeiten in den letzten Monaten auf mittlerweile 16 Mitarbeiter.
• Ausschluss oder Suspendierung von Lieferanten bei Nichteinhaltung der Schweighofer Einkaufspolicy
Lieferanten, die gegen die Einkaufspolitik von Holzindustrie Schweighofer verstoßen, werden aus der Lieferkette ausgeschlossen.
• Holzindustrie Schweighofer akzeptiert kein Holz aus Nationalparks
Obwohl der rumänische Gesetzgeber Abholzungen in so genannten Pufferzonen sowie Schadholzernten in Nationalparks erlaubt, akzeptiert Holzindustrie Schweighofer grundsätzlich keine Lieferungen aus Nationalparks.
• Antikorruptions- und Compliance Trainings
Für rumänische Mitarbeiter von Holzindustrie Schweighofer, insbesondere für jene, die im Einkauf tätig sind, gibt es regelmäßige Antikorruptions- und Compliance-Trainings.
• Schweighofer-initiative.org
Holzindustrie Schweighofer bekennt sich zu einem transparenten und offenen Diskurs in der Öffentlichkeit. Mit seiner Website www.schweighofer-initiative.org möchte das Unternehmen einen Beitrag zu diesem Diskurs leisten und seine Anstrengungen im Sinne der Nachhaltigkeit darstellen.
 
Fotocredit & Quelle: Schweighofer Gruppe

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