ImmoDienstag

Holzbau

Holz findet STADT

21. Februar 2018, 15:12

Heiße Branchendiskussion über Holzbauweise beim ImmoDienstag

Informationsmangel und Unsicherheit bremsen Investorenentscheidungen

 
Wohnungskäufer sind bereit für Holzbauten – und würden dafür auch mehr zahlen-, die Immobilienbranche bisher nicht. Trotz Leuchtturmprojekten und permanentem Wettlauf um den höchsten und größten Holzbau fehlen geeignete Objekte und Angebote. Baukult ZT GmbH und BAU.GENIAL belegen die Situation mit Marktstudien und arbeiten an Abhilfe. Systemholzbau ist die perfekte Lösung für urbane Wohnprojekte, vor allem wegen kurzer Bauzeit, Planungs- und Kalkulationssicherheit sowie rascherer Verwertbarkeit. Der ImmoDienstag war ein gelungener Auftakt für eine nachhaltige Informationskampagne.

 

Helmut Seitz von der Hasberger_Seitz & Partner Rechtsanwälte GmbH konnte gut 100 Expertinnen und Experten beim jüngsten ImmoDienstag im Looshaus begrüßen. Es war bereits die 12. Veranstaltung in diesem Format, das von HSP gemeinsam mit dem Immobilienmakler Anton Schindler/allesgefunden.at und der baukult ZT GmbH 2014 gestartet wurde. Nach fünf hochkarätigen Präsentationen zum Holzbau wurde ebenso hochkarätig darüber diskutiert.

Anlass für das Thema beim ImmoDienstag waren zwei Befragungen. Auslöser für die KäuferInnenbefragung im Auftrag des Architekturbüros baukult war die immer gleiche Reaktion auf Holzbauten: InvestorInnen und Bauträger halten sie für zu teuer und gefährdet durch Feuer und Feuchte, und vor allem sehen sie keine Käufer dafür. Die Argumente sind allerdings längst entkräftet und in der Praxis zunehmend durch Bauten widerlegt. Das Wissen darüber verbreitet sich jedoch viel zu langsam. Die Studie bestätigt auch, dass es die Nachfrage nach Wohnungen in Holzbauten gibt, diese jedoch wegen nicht vorhandener Holzhäuser nicht befriedigt wird.

Regina Lettner, Architektin, Sachverständige für Immobilienbewertung und baukult-Geschäftsführerin berichtete aus der im Herbst 2017 durchgeführten Online-KäuferInnenstudie: „84 Prozent von 307 Befragten planen einen Wohnungskauf, davon ein Viertel im laufenden Jahr und etwa die Hälfte in den nächsten zwei bis drei Jahren. Der Anschaffungsgrund ist für 60 Prozent Vorsorge und/oder Investition, für 40 Prozent Eigenbedarf. 45 Prozent kontaktieren Bauträger direkt und 32 Prozent wenden sich an Immobilienmakler.“

Für 70 Prozent sind Bauweise und Material wichtig: Holz punktet vor allem mit subjektiven, emotionalen Argumenten wie ‚Natürlich‘, ‚Angenehme Atmosphäre, riecht gut, fühlt sich gut an‘, ‚Nachwachsender Rohstoff‘, Schafft gutes Raumklima, feuchtigkeitsregulierend‘, Warme Oberfläche, behaglich‘, wobei die Zustimmung holzaffiner Personen deutlich größer ist. Von diesen meinen auch 45 Prozent ‚Bei richtiger Bauweise hält Holz ewig‘, von den Nicht-holzaffinen glauben das nur 17 Prozent. Die Ausgabebereitschaft ist bei 76 Prozent gegeben: Für eine Wohnung aus Holzfertigteilen würden 64 Prozent gleich viel bezahlen wie für eine aus Betonfertigteilen, 12 Prozent sogar mehr, im Durchschnitt um rund 15 Prozent.

Gabriele Leibetseder, Vizepräsidentin von BAU.GENIAL, zitierte aus der telefonischen Befragung von Architekten, BauträgerInnen und Wohnbaugenossenschaften im Frühjahr 2017: „91 % der Befragten schätzen die Zukunftsperspektiven des Holzbaus positiv ein und 72 % meinen, dass die Holzbauweise mit Massivbauweise konkurrieren kann.“ Warum sich Architekten und Planer dennoch für einen anderen Baustoff entscheiden, und somit noch nicht flächendeckend in Holz gebaut wird, erklärte Präsident Thomas Grudl: „Für 28 % der Befragten liegt das am fehlenden fundierten Wissen, 25 % fürchten zu hohe Kosten wegen Schall- und Brandschutzanforderungen, 22 % halten den Brandschutz für kritisch.“ Die Einwände beruhen allesamt auf Wissensdefiziten, Brand- und Schallschutz sind gelöst, wird Grudl auch von Woschitz bestätigt.

 

Auf die zwei Studien folgten drei Fachvorträge zum Bauen mit Holz:

  • Richard Woschitz, Geschäftsführer der Woschitz Group GmbH, bekannt als Tragwerksplaner des HoHo in der Asperner Seestadt (24 Geschosse, 84 Meter hoch), fasste den Stand der Holz-Systembauweise übersichtlich und auch für Laien gut fassbar zusammen.
  • Alexander Gluttig, Obmann der EBG Gemeinnützige Ein- und Mehrfamilienhäuser Baugenossenschaft reg. Gen.m.b.H., präsentierte das EBG-Projekt Aspern D12 als Beispiel für Umwelt- und gesellschaftspolitisch nachhaltige Quartiersentwicklung.
  • Alan Hofmann, Geschäftsführer der Woodplan GmbH und Partner von Woodcon AS, erläuterte die Logistik vom Holzzuschnitt im Werk bis zur Montage auf der Baustelle anhand von Projekten für die Norwegische Woodcon AS.
  • Das Publikum war angetan, bedankte sich mit kräftigem Applaus und diskutierte noch stundenlang mit den Vortragenden und untereinander.

 

Mit diesem ImmoDienstag wurde erfolgreich begonnen, den latenten Informationsmangel bei den potenziellen Auftraggebern abzubauen. baukult und BAU.GENIAL wollen in den kommenden Jahren weiter kooperieren, um gemeinsam den mehrgeschossigen Holzbau für urbane Wohnprojekte zu forcieren. Die Sympathie der KäuferInnen spricht dafür, ebenso die überwältigenden Sachargumente. Der Schlüssel zum zukunftssicheren Bauen ist der Holz-Systembau mit ganzheitlicher Planung, eingespielten Teams und Baustellenverantwortung bis zur Übergabe – kurz gesagt das Erfolgsdreieck Planung+Logistik+Montage. Auftraggeber für Holzbauten sind nicht nur deshalb auf der sicheren Seite, sondern auch wegen der überzeugenden finanziellen Effekte.

 

Fotocredit: IMMODIENSTAG
Quelle: Pressemeldung IMMODIENSTAG vom 19.02.2018

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