Alphabet Google Q1

Google

Google lernt das Alphabet

13. August 2015, 11:39

Die Neustrukturierung bei Google kommt überraschend – zukünftig werden unterschiedliche Unternehmenssparten unabhängig voneinander tätig sein. Die neue börsennotierte Mega-Holding mit Namen Alphabet dient als Dach für diverse Google-Tochterfirmen.

Für die Aktionäre bedeutet die Neustrukturierung, dass ihre Google-Aktien in Alphabet-Aktien umgewandelt werden. Laut Larry Page, dem Google-Chef, werden die Webaktivitäten von den sonstigen Geschäften getrennt. Zu der neuen Holding gehören dann beispielsweise Google X, Google Ventures und Google Capital. Durch die neue Struktur können die einzelnen Unternehmen unabhängiger voneinander geführt werden, Google als Marke bleibt weiterhin bestehen, für den User wird sich bei der Eingabe in die URL nichts ändern.

Google-Aktien würden laut den Gründen bis Jahresende in die gleiche Zahl von Alphabet-Aktien mit den gleichen Rechten umgewandelt. Larry Page wird als CEO von Google zurücktreten und die Führung bei Alphabet übernehmen. Google-Mitbegründer Sergey Brin, der bisher bei Google für das Innovationsmanagement und alle technischen Aspekte verantwortlich war, wird Geschäftsführer der neuen Holding. Ruth Porat, die Google-Finanzchefin, wird bei Alphabet in der gleichen Position tätig sein.

Chef der Metasuchmaschine wird der derzeitige Vizepräsident Sundar Pichai, er war bislang für die Google-Endnutzerprodukte, wie zum Beispiel Chrome und Android verantwortlich. Mittlerweile gehören verschiedene Projekte zu Google, wie beispielsweise intelligente Kontaktlinsen für Diabetiker, der Drohnenlieferdienst Wing und selbstfahrende Autos. Ebenfalls zu Google gehören das Smartphone-Betriebssystems Android und das Videoportal YouTube Tube. Bei den Investoren kommt die Strukturänderung sehr gut an, nachbörslich legten die Google-Aktien um fünf Prozent zu.

Warum vollzieht Google den Umbau?

Der Konzernumbau kam überraschend – laut den Gründen operiere Google sehr erfolgreich, trotzdem möchten sie die Produkte deutlicher von Start-up-Beteiligungen und Experimentalprojekten trennen. Unter der neuen Web-Präsenz http://abc.xyz erläutert Larry Page die Motive für den Umbau. Er vertritt die Meinung, dass Unternehmen langfristig dazu neigen, nur noch kleine Veränderungen zu wagen, immer dasselbe tun und bequem werden. Um die Wachstumschancen zu erhöhen, müsse man in der Tech-Industrie revolutionäre Ideen vorantreiben und dazu benötigt man Unabhängigkeit. Das heißt konkret: Zukünftig werden unter dem Namen Google nur noch die Angebote und erfolgreichen Internetdienste zusammengefasst.

Wie lange das Team und die beiden Gründer schon an der Umstrukturierung arbeiten, wurde nicht bekanntgegeben. Laut Whois-Informationen wurde die Alphabet-URL abc.xyz allerdings schon am 20. März 2014 registriert, mit der Planung für den Umbau haben die Google-Gründer sich also mindestens schon seit anderthalb Jahren beschäftigt.

Ähnlichkeiten zu Buffets Unternehmen

Während die Börse mit deutlichen Kursen sofort reagierte, grübelten die Experten nach der überraschenden Bekanntgabe noch darüber nach, was die Restrukturierung zu bedeuten habe. Im Jahr 2014 zeigte die Google-Aktie erstmals eine Schwäche und entfernte sich vom Allzeithoch. Seit Anfang des Jahres 2015 stieg der Kurs dann aber wieder um 25 Prozent an. Besonders die jüngsten Quartalszahlen haben die Aktie in die Höhe getrieben.

(pte)

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