FSC

Forstwirtschaft

FSC Vollversammlung in Frankfurt: Bekenntnis zur Zertifizierung für bessere Waldbewirtschaftung

30. Juni 2017, 9:41

Hessens Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser rechnet mit Abschluss der FSC-Zertifizierung noch in dieser Legislaturperiode und wirbt für Förderprogramm zur Zertifizierung von Privat- und Kommunalwald. IG BAU Vorstand Harald Schaum fordert Einhaltung von Kernarbeitsnormen (ILO) im Wald und in der Verarbeitung. Dirk Riestenpatt als Vorsitzender von FSC Deutschland wiedergewählt.
 

Über 100 FSC-Mitglieder und Gäste setzten auf der 24. FSC Mitgliedervollversammlung am 27.-28. Juni 2017 in Frankfurt am Main ein Zeichen für gesellschaftlichen Konsens in der Waldbewirtschaftung. Vertreter aus Umweltverbänden, Gewerkschaften, Industrie, Handel und Waldbesitz diskutierten leidenschaftlich über sozial-ökologische Waldzertifizierung nach FSC (Forest Stewardship Council).
 

Als Vertreterin der hessischen Landesregierung unterstrich die Sekretärin im Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Dr. Beatrix Tappeser ihre Erwartung: „Nach der im Koalitionsvertrag vereinbarten Analyse der Zertifizierung für die Hälfte des hessischen Staatswaldes gehe ich davon aus, dass wir bis zum Ende der Legislaturperiode die Zertifizierung abgeschlossen haben werden“. Außerdem warb sie für das Programm der Landesregierung mit dem diese die Zertifizierung in Privat- und Kommunalwäldern mit 80% finanziell fördert.
 

Harald Schaum, stellvertretender Bundesvorsitzender der IG BAU hob die enge Beziehung zwischen den Gewerkschaften und des FSC hervor. Als Gründungsmitglied formulierte er die Forderung: „Kollektivverhandlungen und Vereinigungsfreiheit sind zwar Teil der internationalen Kernarbeitsnormen, in vielen Ländern jedoch leider keine Selbstverständlichkeit. Diese sind für uns elementar für gute Arbeitsbedingungen, denn der einzelne Arbeiter ist schwach in Lohnverhandlungen. Wir brauchen die Gemeinschaft und die Solidarität, um faire Löhne sowie gute Arbeitsbedingungen durchsetzen zu können. Deshalb ist es wichtig dafür gemeinsam, auch im Rahmen der Zertifizierung, zu kämpfen.“
 

Geschlossen wurde der Vorsitzende Dirk Riestenpatt von den Berliner Forsten im Amt bestätigt, ebenso die beiden Vorstände der Wirtschaftskammer Hans Röhrs (Der Holzring) und Dr. Gerd Loskant (Forstamt Stadt Boppard).
 

Inhaltlich erörterte die Versammlung wie nicht FSC-zertifiziertes Holz aus Deutschland zu bewerten wenn es zur Vermischung mit FSC-zertifizierten Hölzern in FSC-MIX-Produkten kommt. Mitglieder von Umweltverbänden, Waldbesitzern und Gewerkschaften vereinbarten, neben der Erarbeitung einer Risikobewertung für nicht FSC-zertifziertes Holz aus Deutschland, die Formulierung einer Kontexterklärung. Ziel dieser Erklärung ist es, die Unterschiede herauszustellen zwischen den Anforderungen für FSC-Waldbesitzer in Abgrenzung zu denen für konventionelle Forstwirtschaft in Deutschland. Als Zeitplan ist geplant die sog. nationale Risikobewertung, nach einer zweiten öffentlichen Anhörung im Juli/August dieses Jahres, bis Ende 2017 bei FSC International zur Genehmigung vorzulegen.
 

Im Rahmen eines Gastvortrags skizzierte der Gastgeber Prof. Dr. Niekisch, Direktor des Frankfurter Zoos und Vorstandsmitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung die globale Situation zur biologischen Vielfalt. Hierbei hob er die Bedeutung intakter Wälder für das Überleben von Menschen sowie Tier- und Pflanzenarten hervor. Dabei zeichnete er ein bedrückendes Bild der Situation von Wäldern auf der Erde und bilanzierte: „Eine weltweite Tendenz zu Monotonie und Verarmung der Natur. Die Verknappung biologischer Diversität und damit der Ressourcen führt an vielen Orten der Erde zu sozialen Spannungen.“ Niekisch appellierte dafür, dass Ökosystemdienstleistungen deutlich aufgewertet werden müssen, wenn wir weiterhin Ressourcen auf der Erde nutzen möchten. Ohne diesen Fokus auf den ökologischen Ertrag der Natur stehe die Menschheit mittelfristig vor sozialer, ökologischer, kultureller aber auch wirtschaftlicher Armut. Ökologische Vielfalt ist aus Sicht von Prof. Niekisch die Basis bzw. das Fundament für alle Säulen der Nachhaltigkeit. Resümierend unterstrich Niekisch: „Schutz der Biodiversität bedeutet Friedensschutz“.
 

Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung im Gesellschaftshaus des Frankfurter Zoos zog Riestenpatt eine positive Bilanz: „Es hat sich wieder gezeigt, dass bei FSC eine ganz besondere Schnittmenge an Menschen zusammen kommt. Alle Beteiligten aus Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftskammer eint, dass sie sich gemeinsam für eine substanzielle Verbesserung der Situation in den Wäldern der Welt engagieren. Für den Wald in Deutschland bedeutet dies, dass hier hohe ökologische und soziale Standards, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen, nach wie vor nur mit einer FSC-Zertifizierung nachvollziehbar sichergestellt werden. Denn FSC bedeutet Anspruch und Qualität für gute zukunftsfähige Waldwirtschaft.“
 

Fotocredit: FSC Deutschland
Quelle: Pressemeldung Forest Stewardship Council® (FSC®) von 29.06.2017

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