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Frottierwäsche auf Kuschelkurs

3. August 2016, 11:54

Ein Saunatuch guter Qualität in der Größe von 70 x 180 cm besteht aus rund 400.000 Schlingen auf der Vorderseite und 400.000 Schlingen auf der Rückseite. Es ist flauschig und weich, und verhüllt, was der Gast versteckt wissen will. Wäre das Saunatuch jedoch hart und kratzig, würde der sich verhüllende Gast die Sache mit dem Verhüllen vielleicht noch einmal überlegen …

Artikel aus Ausgabe 3/2016 – hier geht es direkt zur Heftbestellung!

Der GASTWIRT hat sich bei Textilexperten umgehört, wie man 800.000 Schlingen kuschelweich und Hotelgäste damit glücklich macht.
Nachdem Ingo Bittmann im Hotel eingecheckt hat, springt er zuallererst einmal unter die Dusche. Dann nimmt er sich Zeit, trocknet sich gemächlich ab und spürt das Gewebe seines Frottierbadetuchs auf der Haut. Falsch, er spürt es nicht – er erspürt es. Jede Ruppigkeit, jede gelöste Schlinge, jede noch so kleine Verfärbung des Materials nimmt er wahr. Sein Ritual ist die ideale Vorbereitung auf das ihm bevorstehende Gespräch mit der Hotelleitung – denn Bittmann ist Wäscheexperte und Vertriebsleiter der Firma Wäschekrone. „Wenn ich bei meinen Kunden übernachte, kann ich sie optimal beraten. So finde ich heraus, was sie wirklich brauchen und warum“, erklärt er.

Gerade bei Produkten wie Frottierwäsche weiß der Kunde nämlich oft nicht, was er will. Für das ungeübte Auge scheint ein Handtuch auf den ersten Blick eben ein Handtuch zu sein – der Hotelgast hingegen schaut meist ein zweites Mal hin: Laut einer Studie der Informationsplattform ‚Klasse Wäsche‘ achten neun von zehn Personen bei Bademänteln und Frottierhandtüchern auf die Qualität. „Der Gast fühlt am Handtuch oder beim Bademantel sofort, ob in diesem Haus auf Qualität Wert gelegt wird. Mit verschlissener, harter Frottierwäsche vergibt jeder Betrieb die Chance, dass sich die Besucher im Bad oder Wellnessbereich wohlfühlen“, warnt Ricki Strick, die die ‚Klasse Wäsche‘-Studie in Auftrag gegeben hat.

Dabei ist es ganz einfach, den Gast mit flauschiger, kuscheliger Frottierwäsche zu begeistern: „Setzt der Hotelier auf erstklassige Qualität, ist ihm Langlebigkeit, Form- und Farbstabilität bei Frottier garantiert“, so Strick. „Der Gast merkt sich das und kommt gerne wieder!“
Woher weiß man aber, was gute Qualität ist?

Am Anfang war die Baumwolle

Die Herstellung von Frottier, erklärt Bittmann, lässt sich mit Kochen vergleichen: Hat man ausgewählte Zutaten, ist das Ergebnis im Normalfall gut. Bei der Baumwolle ist die Faserlänge (im Fachjargon Stapellänge genannt) ausschlaggebend für die jeweilige Qualitätsstufe. Man unterteilt in drei Güteklassen:

•    Das OE-Garn, kurz für open end, wäre als Lebensmittel wohl ein Ei aus Käfighaltung. Die Baumwollfasern sind kurz; ist das Material verwoben, verliert es rasch an Spannung und wird schnell hart. „Man stelle sich eine Baumwoll-Spinnerei vor. Würde man das, was dort auf den Boden fällt, zusammenkehren und verspinnen, hätte man OE-Garn Qualität!“, zeigt Bittmann sich wenig begeistert.

•    Die meistgenutzte Baumwollqualität, das Bodenhaltung-Ei der Frottierware, ist Ringgarn. Die Qualität ist gut, die Fasern lang genug, um auch nach häufigem Waschen noch einen guten Stand bei den Schlingen zu erzielen. Billige Baumwolle flust nämlich stark, die Schlingen sind kurz und werden mit jedem Waschgang dünner.

•    Getoppt wird das Ringgarn von gekämmter Baumwolle – quasi das goldene Ei des glücklichen Freilandhuhns. Die Stapellänge der Fasern ist dabei besonders groß, das Material verliert nicht an Stand und flust beim Waschen überhaupt nicht. Hält man das Textil gegen das Licht, sind keine feinen Härchen zu erkennen – ein Qualitätsmerkmal. Hochwertige Frottierwaren haben ein Gewicht von zumindest 400 g/m2. Eine besonders große Standhöhe der Schlinge ist möglich, wodurch sich das Material besonders weich und flauschig anfühlt. Außerdem ist es wegen der langen Schlingen besonders saugfähig.

Schlingen-Geschlängel

Auch die Verarbeitung der Baumwolle kann die Qualität beeinträchtigen. Man unterscheidet zwischen Wirkware und Walkware: Wirkware ist schlingenfest; Walkware nicht. Zieht man also bei der Walkware an einer Baumwollschlinge, löst sich die ganze Schlingenreihe; bei der Wirkware passiert das nicht, weil die Baumwolle nicht verwoben, sondern „verwirkt“ wurde. Dafür wird Wirkfrottier in der Regel mit Polyester vermischt – dadurch wird das Material strapazierbar und bekommt eine hohe Scheuerfestigkeit. Allerdings – der Kuschelfaktor leidet. Bittmann empfiehlt Walkware: „Damit erlebt der Gast das Wohlfühlgefühl, das bereits im Kopf entsteht, wenn man sich vorstellt, in einen kuschligen Bademantel gehüllt im Saunabereich zu relaxen!“

Will ein Hotelier seine Frottierhandtücher oder Bademäntel mit einem Aufdruck verzieren, sollte Zwirnfrottier als Grundmaterial gewählt werden. Es besteht meist zu 100 Prozent aus Baumwolle und hat ein sehr ruhiges Warenbild, weil zwei Garne ineinander gezwirnt werden und daher die Schlingen sehr kurz sind. Nachteil ist eine geringere Saugfähigkeit –  dafür hängen durch die niedrigere Stapellänge die Schlingen auch nicht in den Schriftzug, wie das etwa bei besticktem Walkfrottier der Fall wäre.

Kuschelblockade

Ein Problem, mit dem nahezu jede Inhouse-Wäscherei zumindest von Zeit zu Zeit konfrontiert ist, sind Kalkablagerungen. Vor allem bei Zwirnfrottier, wohl aber auch bei Wirk- oder Walkfrottier setzt sich der Kalk in den engen Schlingen fest, Handtücher und Bademäntel sind dann plötzlich hart und kratzig oder gar leicht grau verfärbt. Frottier wäre allerdings nicht nachtragend und die Ursache relativ leicht zu beheben, weiß Martina Baumgartner von der Alegria-Housekeeping Beratung in München: „Meist ist falsche Waschmitteldosierung schuld oder die Maschinen wurden zu voll beladen. Wird die Wäsche im Haus gewaschen, ist es essentiell, dass der Verantwortliche weiß, was er tut. Temperatur, Wassermenge, Textilmenge und Chemiedosierung müssen perfekt zusammenspielen, sonst ist die Wäsche erstens hygienisch nicht einwandfrei und wird zweitens unansehnlich.“ Baumgartner warnt eindringlich davor, diesen Umstand auf die leichte Schulter zu nehmen: „Falsches Wäschehandling kostet Geld, vor allem weil Ihnen irgendwann die Gäste weg bleiben!“ Ihre Agentur Alegria unterstützt Baumgartners Kunden, die Fehler beim Waschen zu finden; ähnliche Beratungen bietet GAMAPE in Österreich an. Auch von Waschmaschinen- und Reinigungsmittelherstellern gibt es Tipps für flauschige Wäsche. Hier eine kleine Auswahl:

Schön und sauber

„Waschen Sie Frottierwäsche immer nach Farben getrennt!“, rät zum Beispiel Waltraud Abele, die Textilhygiene-Spezialistin von hollu. Bei dunklen und kräftigen Farben könne sich bei den ersten Wäschen leicht überschüssiger Farbstoff absetzen. Außerdem mahnt Abele, feuchte Frottierteile nie längere Zeit übereinander liegen zu lassen – das kann nämlich zu Verfärbungen und auch zu Schimmelbildung führen. „Waschen Sie die Wäsche nicht mit anderen Textilien gemeinsam“, ergänzt Martina Baumgartner.

Ist eine Waschmaschine zu voll beladen, können Wasser und Waschmittel nicht bis in den Kern des Waschgutes eindringen. Dadurch bleibt die Wäsche schmutzig und im schlimmsten Fall leidet auch die Maschine darunter. Ingo Bittmann: „Mindestens eine Faust muss oben noch in die Trommel passen!“

Haben Sie neue Frottierhandtücher oder Bademäntel angeschafft? Dann muss das Textil erst einmal eingewaschen werden. „Die Schlingen sind bei neuer Frottierwäsche noch nicht gefestigt – sie werden erst mit der ersten Wäsche in das Gewebe eingeschlossen“, rät Waltraut Abele. Das heißt: Eine richtige Erstwäsche verhindert das Ziehen von Schlingen und verlängert somit die Lebensdauer der Frottierwäsche. Sollte sich dennoch einmal eine Schlinge lösen: „Abschneiden! Herausreißen würde das Wäschestück beschädigen!“

Weich ist nicht so leicht

Beim Weichspüler scheiden sich die Geister. Ingo Bittmann lehnt Weichspüler klar ab: „Verwenden Sie auf keinen Fall Weichspüler für Ihre Handtücher und Bademäntel. Der Weichmacher ist Silikon, das setzt sich auf der Schlinge fest und nimmt dem Frottier seine Saugfähigkeit!“ Abele gibt ihm, was diesen Punkt betrifft, Recht, kann Weichspüler in sparsamer Dosierung aber durchaus etwas abgewinnen. Genauso wie Martina Baumgartner, die empfiehlt: „Der Gast liebt den Duft frisch gewaschener Wäsche und gerade in kleinen Betrieben werden Bademäntel deshalb oft an der Luft getrocknet. Sie sind dann aber manchmal ein wenig ruppig – etwas Weichspüler macht sie wieder flauschig zart.“ Sie rät allerdings, immer im Kopf zu behalten, dass zusätzliche Reinigungsmittel natürlich die Umwelt belasten und zu viel oder der falsche Weichspüler beim direkten Hautkontakt Hautirritationen auslösen kann.“
Ingo Bittmann ist in dem Punkt kompromisslos, er setzt dem Weichspüler den Wäschetrockner entgegen: „Durch die warme Luft trocknet die Faser so schnell, die wird nicht ruppig.“ Für den ‚sauberen‘ Geruch sorgt ein leicht parfümiertes Waschmittel – wenn es denn sein muss.

Bei der letzten Frage, der Abstimmung von Wasser/Chemie/Wäschemenge, gehen unsere Experten wieder d’accord. Waltraud Abele: „Je höher die Wasserhärte und der Verschmutzungsgrad der Wäsche, desto mehr Waschmittel ist nötig.“ Fast alle Hersteller von Hygieneprodukten, aber auch einige Waschmaschinen-Hersteller bieten bereits automatische Dosiersysteme (z.B. holluQUID, Dosierpumpen von Miele, Ecolab…) an. „Mit moderner Dosiertechnologie sparen Sie Zeit und Geld und können sich auf konstante Qualität verlassen!“, pflichten die anderen bei.

Ohne Berührungsängste

Zurück ins Hotel: Ingo Bittmann ist inzwischen trocken. Er ist zufrieden mit dem Frottier; relativ flauschig, aber beim Waschmittel-Dosieren könnte noch optimiert werden… Dann macht Bittmann sich bereit für das Gespräch mit dem Hotelmanager, das er wenig später mit den Worten eröffnet: „Bedenken Sie: Nichts kommt näher an Ihren Gast heran, als Ihre Handtücher und Bademäntel …“.

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