Online-Marketing

E-Mail vs. Social Media: Vor- und Nachteile im Marketing-Mix

19. August 2015, 15:57

Mehr Reichweite durch Community: 82 Prozent der Marketer weltweit setzen für Kundenansprache auf Social Media. Defizite bei ROI und Personalisierung – Alexis Renard von Mailjet zeigt, was soziale Kommunikation vom E-Mail-Marketing lernen kann.

Spätestens seit dem Aufstieg von Facebook, gewinnt Social Media im Marketing Mix mehr und mehr an Bedeutung. Wie eine aktuelle Studie des All-in-One E-Mail-Service-Provider Mailjet (www.mailjet.de) zeigt, setzen weltweit bereits 82 Prozent, in Deutschland immerhin 78 Prozent der Marketing-Entscheider auf soziale Kundenkommunikation. „Die Bedeutung von Social Media wird auch in den kommenden Jahren zunehmen“, so Alexis Renard, CEO von Mailjet. „Im Vergleich zum E-Mail-Marketing stehen soziale Kanäle allerdings deutlich schwächer da. Weltweit setzen 95 Prozent der Marketer auch nach 30 Jahren E-Mail noch auf den Klassiker der Marketingkommunikation“, so der Experte. Welche Vorteile Social Media im Marketing mitbringt und wo moderne Netzwerke gegenüber E-Mail-Marketing noch Nachholbedarf haben, zeigt der Vergleich von Mailjet.

Riesige Reichweite, gute Targeting-Möglichkeiten

Mit mehr als 28 Millionen Nutzern allein in Deutschland, zeigt Social-Riese Facebook eindrucksvoll die große potenzielle Reichweite, die in sozialen Netzwerken schlummert. „Besonders in einer jungen Zielgruppe potenziert sich die Reichweite durch das virale Teilen von Unternehmensinhalten zusätzlich“, weiß Renard. Zudem wählen Nutzer in sozialen Netzwerken mit ihrem Like bewusst, von welchen Unternehmen sie Botschaften erhalten möchten. Das Vertrauen in Marken ist im Allgemeinen höher, da sich die Kommunikation im privaten Rahmen der Nutzer abspielt. „In Bezug auf klassische Ads sind auch die Targeting-Möglichkeiten über die Nutzerprofile inzwischen durchaus zufriedenstellend“, so der Mailjet-CEO.

Große Defizite bei ROI und Personalisierung

Bei der direkten Kommunikation über soziale Netzwerke werden allerdings klare Defizite beim Targeting deutlich. Was im E-Mail-Marketing Gang und Gebe ist, ist hier nicht möglich: Einzelne Nutzer z.B. auf Grundlage ihres Kaufverhaltens oder CRM-Daten mit auf sie abgestimmten Inhalten direkt anzusprechen, bleibt bisher Wunschtraum vieler Marketer. Gerade die Personalisierung ist jedoch laut Mailjet-Studie für 68 Prozent der deutschen Unternehmen das Hauptargument für den Erfolg von versendeten Werbebotschaften. „In Bezug auf den Customer-Life-Cycle und die Customer Journey bleibt die E-Mail das beste Tool, um Konsumenten mit individuellen Botschaften gezielt und genau zum richtigen Zeitpunkt anzusprechen und zu überzeugen“, folgert Renard. Ein weiteres Manko sozialer Netzwerke: Obwohl das Thema einen großen Hype durchlebt hat und es für Unternehmen inzwischen quasi zum guten Ton gehört, im Social Web vertreten zu sein, gibt es noch immer keine überzeugende Möglichkeit, den ROI der Social Media Aktivitäten zu kalkulieren. Durch gute Tracking-Möglichkeiten ist das E-Mail-Marketing bereits deutlich besser aufgestellt. Hier können Ausgaben und Konversionen problemlos verglichen und genau gegeneinander aufgewertet werden.

Fazit: Der Mix macht’s

Auch 30 Jahre nach der ersten E-Mail kommt im Netz niemand am Einrichten einer E-Mail-Adresse vorbei. Der Kanal wächst somit kontinuierlich und bleibt auch für Marketer weiterhin erste Wahl zur Marketingkommunikation: 46 Prozent deutscher Entscheider gehen laut Mailjet-Studie sogar davon aus, dass die Relevanz von E-Mail-Marketing in den nächsten fünf Jahren noch steigt. Social Media auf der anderen Seite hat sich mit seiner enormen Reichweite und viralem Potenzial zu einer spannenden Ergänzung im Marketing-Mix entwickelt. Anstatt beide Tools in Konkurrenz zu betrachten, sollten Marketer die Kommunikationskanäle stärker miteinander verknüpfen: „Social Media Kanäle bieten eine tolle Chance, in Echtzeit den Kontakt zur breiten Zielgruppe zu halten. Gleichzeitig ermöglichen es E-Mail-Service-Provider inzwischen, Marketing- und Transaktionsmails mit Hilfe von CRM-Daten oder dem individuellen Kaufverhalten komplett personalisiert für jeden Kunden zuzustellen und damit die Kundenloyalität des Einzelnen langfristig zu stärken“, so Renard. „Natürlich sollte auch das Social Media-Engagement per Buttons oder Artikeln Raum in E-Mail-Kampagnen erhalten. So wird das Potenzial aller Kanäle maximal ausgeschöpft“, ergänzt der Experte.

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