Biogas

Die Zukunft von Biogas – Potentiale nutzen

17. Januar 2017, 11:16

EEG 2017 schafft Anreize für starke Flexibilisierung und damit neue Perspektiven für langfristigen Betrieb von Biogasanlagen
 
Mit der Informationsveranstaltung „Biogas – für die Zukunft gerüstet“ am 12. Januar 2017 in den Räumlichkeiten des Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing thematisierte KWK kommt UG zusammen mit den Kooperationspartnern C.A.R.M.E.N. e.V. und dem Fachverband Biogas e.V. Möglichkeiten und zukunftsweisende Entwicklungen im Bereich Biogas.
 
Organisator Adi Goldbach von KWK kommt UG betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Bioenergie für die Energiewende, insbesondere hinsichtlich der Versorgungssicherheit. „Die Möglichkeiten sind jetzt schon gegeben. Wir müssen sie nun nutzen“, so Goldbach.
 
Dr. Stefan Rauh vom Fachverband Biogas e.V. informierte über das EEG 2017 und die Auswirkungen auf die Biogasbranche. Die größte Veränderung sei die Umstellung auf das Ausschreibungsverfahren, so Rauh. Der große Erfolg liegt darin, dass für Bestandsanlagen die Teilnahme an den Ausschreibungen möglich ist. „Wir haben schon viel erreicht. Der Betreiber muss nun eine individuelle Strategie entwickeln“, so Rauh.
 
„Die Energiewende funktioniert“, war die Aussage von Referent Uwe Welteke-Fabricius vom Fl(ex)perten Netzwerk. Die Versorgungssicherheit fordere eine flexible Erzeugerleistung, wenn Sonne und Wind fehlen. Diese könne Biogas ermöglichen. Die Branche müsse sich von der Dauereinspeisung entfernen und flexibel auf dem Markt agieren. Über den veränderten Strommarkt und die neuen Herausforderungen und Möglichkeiten sprach Lars-Peter Brosk, von der Firma natGas AG. „Der Strommarkt wird flexibel.“ Durch die Flexibilisierung könne der Anlagenbetreiber sich an den Strommarkt und an starke Preisschwankungen anpassen.
 
Für die Umsetzung der Flexibilisierung ist die Leistung der Blockheizkraftwerke entscheidend. Dazu beantworteten Vertreter von Herstellern die Fragen der Anlagenbetreiber. Maximilian Geisberger von der Geisberger Gesellschaft für Energieoptimierung mbH, Hans Mall von Energas BHKW GmbH/GE Jenbacher und Christian Mauell von 2G Energy informierten zur Motorentechnik und was bei der Umsetzung einer Flexibilisierung zu beachten ist. Grundsätzlich sei ein mehrfaches An- und Ausschalten des Motors nicht schädlich. Der Motor müsse jedoch auf einer Mindesttemperatur von 50 Grad bleiben und zusätzliche Wartungskosten für den Motor seien in die Investitionsplanung einzurechnen.
 
Die Flexibilisierung ermöglicht eine umfangreiche Speicherung und Nutzung von Wärme. Effektive Wärmespeicherung war deshalb Thema des Vortrags von Thomas Paes von der Hans van Bebber Heizungsbau GmbH & Co. KG. Die Einhaltung einzelner Punkte, wie etwa das Sicherstellen einer Rücklaufbegrenzung oder die Positionierung des Pufferspeichers an Ort des größten Lastenwechsels, sei für ein hydraulisch sauberes Wärmenetz notwendig.
 
Welche Erfordernisse für den Netzanschluss und die Zertifizierung eines BHKWs nötig sind, erklärte Joachim Kohrt von der 8.2 Consulting AG. Neben einem Einheitenzertifikat, sei bei wesentlichen Änderungen, wie sie eine Flexibilisierung darstellt, sowie bei Neuanlagen zudem ein Anlagenzertifikat nötig. Fehle dieses Zertifikat, könne eine Inbetriebnahme verweigert werden.
 
Uwe Börner von der Sattler Ceno Biogas GmbH betonte, dass bei einer Überbauung eines BHKWs die Gasreinigung auf einen neuen Spitzenlast-Gasbedarf ausgerichtet werden müsse.
 
Rechnet sich die Investition einer Überbauung für die Ausschreibung? Melanie Glötzl von C.A.R.M.E.N. e.V. errechnete in verschiedenen Beispielen die Gesamtkosten der Flexibilisierung. Dabei ist zu bedenken, dass bei einer 5-fachen Überbauung die Bemessungsleistung konstant bleiben muss, da die Flexprämie auf 0 Cent/kWh fällt, wenn diese weniger als 20 Prozent der installierten Leistung beträgt. Eine maximal sinnvolle Überbauung sei deshalb mit einem Sicherheitsabschlag zu berechnen.
 
Eine saisonal flexibilisierte Biogaserzeugung mittels einer semi-aeroben Hydrolyse stellte Dr. Petra Rabe von der Bionova Biogas GmbH vor. Durch eine semi-aerobe Hydrolyse anstelle einer anaeroben sei eine saisonale Anpassung der Gasproduktion möglich. Außerdem liege der Methangehalt um fünf Prozent höher als bei der üblichen anaeroben Vergärung.
 
Quelle: C.A.R.M.E.N. e.V.

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