Management

Deloitte: Die digitale Arbeitswelt erfordert Kulturwandel in den Unternehmen

8. März 2017, 10:37

Die Digitalisierung erfordert von Unternehmen neue und innovative Herangehensweisen an Management sowie Personalwesen. Das ist die Kernaussage der aktuellen „Predictions 2017“ von Bersin by Deloitte, die die wichtigsten Trends im Bereich Human Capital zusammenfassen.
 
Organisation und Management von Unternehmen sowie Führung und Entwicklung von Mitarbeitern müssen aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung neu gestaltet werden. Die große Herausforderung liegt darin, Rahmenbedingungen und Rollen in den neuen Arbeitswelten möglichst unkompliziert, klar und nachvollziehbar zu gestalten. Aus Sicht der Experten von Deloitte Österreich ergeben sich daraus drei Top-Trends für 2017.
 
Trend 1: Teams rücken in den Fokus
Um im digitalen Zeitalter erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen funktionelle Gruppen in kleinere Einheiten und Teams gliedern. Kundenzentriertes Arbeiten, Innovation und Geschwindigkeit bis zur Markteinführung von Produkten gewinnen an Relevanz. Deloitte Studien zufolge sind nur 14 % der CEOs mit der Effektivität der Kommunikation und Kooperation ihrer Unternehmen vollkommen zufrieden. Über 90 % der Befragten erwägen eine Reorganisation, um Agilität und Flexibilität zu erhöhen. „Im Fokus der Unternehmen steht immer mehr die Gestaltung von kleinen und handlungsfähigen Teams“, erklärt Anna Nowshad, Senior Managerin im Bereich Consulting bei Deloitte Österreich. „Dynamische, temporäre Rollen sollen Entscheidungsfindungsprozesse beschleunigen und den zielgerichteten Einsatz von vorhandenem Wissen, Kompetenzen und Stärken der einzelnen Mitarbeiter sicherstellen. Nicht zuletzt erfordern solche teamfokussierten Strukturen auch ein Neu-Denken von klassischen Karriere- und Talent Management-Zugängen“.
 
Trend 2: Unternehmenskultur als Schlüssel zur Mitarbeiterbindung
Die Unternehmenskultur wird auch zukünftig einen hohen Stellenwert einnehmen. Besonders wichtig werden dabei eine transparente interne Kommunikation sowie die Anpassungsfähigkeit an neue Rahmenbedingungen. Laut Studien von Deloitte laufen Unternehmen, die gerade in ihrer Kultur unzureichend auf die Digitalisierung vorbereitet sind, Gefahr, ihre besten Mitarbeiter an die Konkurrenz zu verlieren. Über die bewusste und kontinuierliche Arbeit an unternehmenskulturellen Aspekten – wie beispielsweise durch die Verankerung in allen Feldern des Talent Managements – können sich Unternehmen deutlich abheben. „Laut aktuellen globalen Studienergebnissen halten knapp 70 % der CEOs die Unternehmenskultur für besonders erfolgskritisch. Diese Erkenntnis ist wichtig und muss auch zu einem echten Kulturwandel führen – es braucht einen neuen Mindset bei Führungskräften und Mitarbeitern“, fordert Anna Nowshad.
 
Trend 3: Echtzeitfeedback und neue, digitale Tools gewinnen an Bedeutung
Um im digitalen Zeitalter die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, müssen Unternehmen die Hintergründe der Mitarbeiterbindung verstehen und darauf aufbauend die Talente fördern. Echtzeitfeedback wird künftig ein wichtiges Instrument sein, um Stimmungen bei Individuen und Teams erkennen zu können. Studien von Deloitte zeigen, dass in Unternehmen, bei denen Feedback und Anerkennung in der Kultur und den gelebten Werten verankert sind, die Produktivität der Mitarbeiter um das eineinhalbfache höher ist als in anderen. Anna Nowshad dazu: „Das althergebrachte Jahresgespräch ist in vielen Unternehmen nicht mehr zeitgemäß. Kommunikation, Zielevereinbarungen und die Rückmeldung auf Leistungen müssen in einem digitalen Umfeld zeitnah und situationsbedingt erfolgen. Das Arbeiten in wechselnden, oft virtuellen Teams erfordert hier ein Umdenken.“
 
Grundsätzlich bringt die digitalisierte Arbeitswelt eine Reihe von umfassenden Veränderungen für Führung und HR-Management mit sich. „Zukünftige Arbeitswelten müssen vernetzter, teamfokussierter und agiler werden. Es braucht neue und bessere Formen der Zusammenarbeit, Kommunikation und Kollaboration, um auch in einer Zeit des Wandels als Unternehmen erfolgreich agieren zu können“, so Anna Nowshad abschließend.
 
Zum Download
Bersin Predictions 2017:
www.bit.ly/2jTNR10
 
Quelle: APA/OTS

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