Circular Economy Package

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Das Circular Economy Package

7. September 2017, 12:10

Alles ist verpackt! Vom Bio-Gemüse bis zum Fernseher, jedes Produkt muss geschützt werden. Jedoch fragt man sich oft: „Muss es so viel Verpackung sein?“ und „Wie entsorge ich diesen Mix aus Materialen richtig?“. Die Problematik, Materialien in eine Kreislaufwirtschaft zu bringen und die Deponierung von wertvollen Ressourcen zu verhindern, ist Thema des CIRCULAR ECONOMY PACKAGE mit dem sich die Studenten des berufsbegleitenden Bachelorstudienganges Verpackungstechnologie der FH Campus Wien beschäftigen.

 

Die Themen Nachhaltigkeit und Recycling stehen hoch im Kurs der Konsumenten. Auch für die Wirtschaft wird das Geschäft mit wiederverwendbaren Rohstoffen immer schmackhafter. Ein nächster Schritt in Richtung Ressourcenschonung und Wiederverwertung soll das, seit März 2017 teilweise veröffentlichte, „neue“ Circular Economy Package der EU werden.

 

Ziel ist die Schaffung einer kreislauforientierteren Wirtschaft, um den Wert von Produkten, Stoffen und Ressourcen so lange wie möglich innerhalb der Wirtschaft zu erhalten und möglichst wenig Abfall zu erzeugen. Das Circular Economy Package ist dabei der Rechtsrahmen für die Umsetzung durch die nationalen Behörden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen fördern die Kreislaufwirtschaft in jeder Phase der Wertschöpfungskette – von der Produktion bis hin zu Verbrauch, Reparatur und Refabrikation, Abfallbewirtschaftung und sekundäre Rohstoffe, die in die Wirtschaft zurückgeführt werden. Der Bereich Abfallbewirtschaftung umfasst die Abfallhierarchie, Abfallvermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, energetische Verwertung und Beseitigung. Jede Art von Abfall sollte berücksichtigt werden, ungeachtet, ob er von Haushalten, Wirtschaft, Industrie, im Bergbau oder im Bausektor generiert wird.

 

Ambitionierte Ziele

Die überarbeiteten Vorschläge für Abfälle enthalten auch erhöhte Recyclingziele für Verpackungsmaterialien. Nahezu alle Richtwerte für stoffliches Recycling wurden angehoben, manche sogar um fast 40 Gewichtsprozente. Mit der sehr erfolgreichen PET to PET Initiative, hat Österreich das Kunststoffrecyclingziel von rund 22 Prozent problemlos erreicht. Um an die neu geforderten 60 Prozent zu kommen braucht es jedoch mehr als die PET Sammlung.

 

Das Projekt „CEFLEX“ – bestehend aus einem Konsortium von rund 34 Stakeholdern der Branche – hat sich zum Ziel gesetzt, die flexiblen Verpackungen besser zu sortieren und in die Wiederverwertung einfließen zu lassen. Nach dem heutigen Stand der Technik sind das etwa 50 Prozent, die durch diese Sortierung erfolgreich rückgeführt werden können. Wie der österreichische Dirigent Herbert von Karajan bereits sagte: “Wer all seine Ziele erreicht hat, hat sie sich als zu niedrig ausgewählt.“ Nach diesem Motto will man Recyclingquoten bei Metallen, Glas und Papier von 90 Prozent erreichen und bis zu 75 Prozent aller Verpackungsabfälle der Wiederverwertung zuführen – bis 2030!

 

Hier tritt eines der wichtigsten Kapitel für den EU-Raum auf den Plan, das Deponierungsziel. Zurzeit ist es innerhalb der EU noch nicht in allen Ländern üblich, von der Deponierung zum Recycling überzugehen, sei es nun stofflich oder energetisch. Das soll nun geändert werden. Ein schwerer Brocken wird sein, die harmonisierten Berechnungsmethoden für Recyclingquoten in der gesamten EU umzusetzen und zu überwachen, sowie den Aktionsplan für Kunststoffrückführung durchzusetzen. Eine Realisierung der Ziele erwartet sich die EU-Kommission durch diverse Vorschläge, wie etwa Innovationen fördern, Haltbarkeit und Reparaturmöglichkeiten verbessern oder auch durch wirtschaftliche Anreize für Unternehmen, die mehr leisten.

 

Autoren:

Danilo Grieco, Lisa Kleinpötzl, Dietmar Rainprecht,
Philipp Schmelzenbart, Michael Wessinger

 

Korrespondenzautorin:

Dr. Victoria Heinrich, Lehre und Forschung, Fachbereich Verpackungs- und Ressourcenmanagement, FH Campus Wien, victoria.heinrich@fh-campuswien.ac.at

 

Der Nachwuchs informiert!

Ab sofort finden Sie in jeder austropack Ausgabe einen weiteren aktuellen Bericht aus der Welt der Studierenden der FH Campus Wien.
Weiterführende Informationen zu diesem Thema und dem berufsbegleitenden Bachelorstudium Verpackungstechnologie erhalten Sie unter www.fh-campuswien.ac.at.

 

Foto: APA-Fotoservice/Schedl

 

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