Biomasse

Energie

Biomasse sinnvoll nutzen

28. Juni 2017, 13:13

Biomasse im ländlichen Raum im Einklang mit der Natur zu produzieren und möglichst effektiv zu nutzen – das ist das Ziel des Verbundvorhabens BIOCAS, an dem die Universität Oldenburg beteiligt ist. In den kommenden drei Jahren wollen 18 Einrichtungen aus Deutschland, Belgien, Dänemark und den Niederlanden entsprechende Verfahren und Maßnahmen entwickeln, testen und in der Praxis umsetzen. Die EU hat das Projekt jetzt aus Mitteln der Regionalentwicklung in der Nordseeregion mit einem Volumen von 4,9 Millionen Euro bewilligt. Die niederländische Provinz Fryslan koordiniert das Vorhaben; von Oldenburger Seite arbeiten neben Forschern des Zentrums für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung COAST auch Experten des Instituts für Biologie und Umweltwissenschaften sowie des Instituts für Chemie mit.
 

Energielieferant, Material für die Industrie oder für Arzneimittel: Biomasse – also tierische und pflanzliche Stoffe aus Land- und Forstwirtschaft – ist ein zunehmend wichtiger Rohstoff in der sogenannten Bioökonomie. Die Idee ist, mit diesen nachwachsenden Rohstoffen eine nachhaltige Alternative zu fossilen Rohstoffen zu nutzen. Allerdings konkurriert Biomasse als Energierohstoff direkt mit der Produktion von Nahrungsmitteln. Wird Biomasse nicht nachhaltig produziert, können Überdüngung und schlechtere Bodenqualität die Folge sein. Künftig Biomasse in gut aufeinander abgestimmten Prozessen für verschiedene Produkte zu nutzen und Reststoffe wieder in die Böden einzubringen – dieser Herausforderung wollen sich die Partner in BIOCAS stellen. Dabei wollen sie Verfahren entwickeln, die nach dem Kaskaden-Prinzip helfen, die Überreste eines Produktionsschritts in einem weiteren möglichst effektiv weiterzuverwenden. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen geschehen, um einerseits von regionaler Expertise zu profitieren und andererseits die Entwicklung der Bioökonomie im ländlichen Raum zu fördern. „BIOCAS ermöglicht es, Wissenschaftlern und Beteiligten in den Regionen gemeinsam eine Bioökonomie zu entwickeln, die naturverträglich ist und sich an die gesellschaftlichen Bedürfnisse anpasst“, sagt Dr. Thomas Klenke, wissenschaftlicher Koordinator in COAST.
 

Das interdisziplinäre Oldenburger Team setzt in dem Projekt verschiedene Schwerpunkte. So entwickelt die Arbeitsgruppe Technische Chemie um Prof. Dr. Michael Wark beispielsweise Verfahren zur Produktion von Biokohlen. Die Forscher um die Bodenkundlerin Prof. Dr. Luise Giani untersuchen, wie aufbereitete Bioreststoffe und Gärreste den Boden verbessern können. Die Arbeitsgruppe Vegetationsökologie von Prof. Dr Rainer Buchwald befasst sich mit Landschaftspflegematerial und Torfersatzstoffen, während die Arbeitsgruppe Regionalmanagement um Dr. Thomas Klenke untersucht, wie sich verschiedene Aspekte auf Wertschöpfungsnetze auswirken. Eng arbeiten die Oldenburger Gruppen dabei mit dem Kompetenzzentrum 3N und dem Heidekreis zusammen. Dort entsteht eine kommunale Aufbereitungsanlage für biologische Abfälle als Pilotstandort, der den Kern der Arbeiten des deutschen BIOCAS-Anteils bildet und Basis für den Austausch mit anderen Pilotstandorten in den Niederlanden, Belgien und Dänemark ist.
 

Fotocredit: Colourbox.de
Quelle: Pressemeldung Universität Oldenburg von 27.06.2017

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