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Holzmarkt Tipp

Achtung Staub!

22. Februar 2016, 10:19

Dauerbelastung durch Staub kann zu einem ernsthaften Problem in Tischlereibetrieben führen. Nicht nur dass Anlagen und Maschinen beeinträchtigt werden, sondern auch die Gesundheit der Mitarbeiter ist gefährdet. Allergien, Konzentrationsstörungen und sogar Krebs können die Folgen sein. Der INTERNATIONALE HOLZMARKT präsentiert hier Lösungen, wie Sie die Gefahr durch Holzstaub in Ihrem Betrieb bekämpfen können.

Der Stand der Technik hat sich im Bereich Holz in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Dabei ist in Tischlereibetrieben die Sauberkeit am Arbeitsplatz oberstes Gebot. Staub von den verschiedensten Holzwerkstoffen hat aber die Eigenschaft, dass aufgrund der Partikelgröße ein wesentlicher Anteil durch die Nase bis in die Lunge vordringen kann. Die gröberen Partikel können wieder ausgehustet werden, die feineren Partikel können bis in die unteren Bereiche der Lunge vordringen und dort verbleiben.

Holzstaub in der Lunge führt zu starken Allergien. Auch die Inhaltsstoffe von natürlich gewachsenen Hölzern wie zum Beispiel das Tannin, Tanninsäuren, ungesättigte Aldehyde und Pilze, welche das Holz bedecken, können sogar zu Krebs führen.

Das Risiko lässt sich nachweisen

Unter anderem wurde die toxische Wirkung von Holzstäuben bei Versuchen von Meerschweinchen und Ratten nachgewiesen. Es entstehen Entzündungsreaktionen im Lungengewebe, außerdem Ödeme in der Nasenschleimhaut und den Nasennebenhöhlen. Tischler sind besonders stark gefährdet. Auch die Gefahren von Lösemitteln, Leim, Holzschutzmitteln und beim Beizen sind beträchtlich.

Als Krebserregend eingestuft sind mittlerweile vor allem Buchenholz und Eichenholz. Krebsverdächtig sind auch alle anderen Holzsorten. Allein diese Erkenntnis ist ausreichend, dass Betriebe alles tun müssen, um ihre Mitarbeiter zu schützen. Neben Krebserkrankungen können allergische Reaktionen die Mitarbeiter gefährden. Mittlerweile konnten unsere Arbeitsschutz-Behörden sehr viele Daten darüber sammeln. Besonderes Augenmerk liegt auf Hölzern von Rotzeder, Birke, Kiefer, Erle und den meisten exotischen Bäumen. Zusätzliche Risiken liegen auch in verunreinigten Holzstäuben. Typischerweise sind Holzwerkstoffe durch Formaldehyd, Chromate, Kupfersalze, Zinnverbindungen und Blei verunreinigt. Die Folgen von verunreinigten Hölzern sind Reizwirkungen in den Atemwegen, Haut und Augen.

Die besten Maßnahmen

• Führen Sie als erstes eine professionelle Gefährdungsbeurteilung durch
• Sind die Gefahrenquellen lokalisiert, können Sie Maßnahmen treffen um die Entstehung von Holzstaub zu verhindern. Schöpfen Sie dabei alle technischen Möglichkeiten und organisatorischen Maßnahmen aus um die Entstehung und Ausbreitung von Holzstaub zu vermeiden.
• Dort, wo sich Holzstaub nicht verhindern lässt, müssen Sie eine wirkungsvolle Absauganlage installieren. Es ist bekannt, dass in Tischlereien in erster Linie sämtliche Holzbearbeitungsmaschinen, wie Fräsen, Kreissägen, Bandsägen etc. an eine Absauganlage angeschlossen werden müssen.
• Fegen und Abblasen mit Druckluft ist strengstens verboten. Dadurch würde nur noch mehr Holzstaub in die Atemluft gelangen. Man löst hier kein Staubproblem, sondern man verlagert nur das Staubproblem! Die Lösung heißt: Staubsauger!

Die Wahl der richtigen Absaugung

Grundsätzlich müssen der Holzstaub und die Holzspäne direkt an der Entstehungsstelle abgesaugt werden, weil die Luftgeschwindigkeit der abgesaugten Luft bereits bei geringem Abstand von der Entstehungsstelle stark abfällt. Außerdem ist es notwendig, dass die Absaugöffnung möglichst in Richtung des Spänefluges angeordnet ist. Der Anschluss vom Werkstück an das Erfassungselement soll so dicht und nah wie möglich umschlossen werden.

Oberstes Gebot

Keine Aufwirbelung! Fegen und Blasen mit Druckluft wurden oben schon erwähnt und sind seit dem Jahr 2013 bereits bei uns verboten. Benutzen Sie daher einen geeigneten Staubsauger.

In Tischlereibetrieben bewährt

• Mitteldruckabsaugung für Kreissägen, Fräsen und Bandsägen
• Hochdruckabsaugung als zentrale Staubsaugeranlage und für die Absaugung von Handschleifgeräten, wie zum Beispiel Winkelschleifer, Stichsägen etc.
• Einzelplatzabsaugung durch geeigneten Industriestaubsauger mit Einschaltautomatik
• Industriestaubsauger für Holzstaub für die Reinigung von Arbeitsplätzen und als echte Alternative zum Fegen und Blasen

Aufgrund der krebserregenden Wirkung von Holzstaub ist es notwendig, dass der eingesetzte Industriestaubsauger mit einem geprüften Filter der Staubklasse „H“ ausgestattet ist. Besonders bewährt haben sich Zyklon-Staubsauger, wie zum Beispiel die Type DC2900Wood von Dustcontrol. Zusätzlich ist eine Einschaltautomatik für den gleichzeitigen automatischen Start von Staubsauger mit dem Werkzeug sinnvoll. Kompaktanlagen wie der DC11module für die zentrale Absaugung und Reinigung der Arbeitsplätze werden ebenfalls von Dustcontrol geliefert.

Bei einer Luftrückführung in den Arbeitsraum ist darauf zu achten, dass die rückgeführte Luft ein Zehntel des entsprechenden TRK-Wertes unterschreitet. Das bedeutet, dass die gefilterte und in den Arbeitsraum zurückgeführte Luft weniger als 0,1 Milligramm Staub pro Kubikmeter Luft aufweisen muss. Somit führt kein Weg an einem Mikrofilter der Staubklasse „H“ vorbei.

Beachten Sie auch, dass Holzstaub leicht entzündlich und somit explosionsfähig ist. Verhindern Sie deshalb Zündquellen und heiße Oberflächen. Außerdem sind die Absauganlagen und Industriestaubsauger mit mehr als 1,2 Kilowatt und einem Erfassungsbehälter von mehr als 40 Liter für Holzstaub explosionsgeschützt auszuführen.

Autor: Thomas R. Pfister, Dustcontrol GmbH

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