Ausbildung

26. MSc-Lehrgang Management & Umwelt

12. April 2018, 14:20

Klima schützen – besser Leben mit weniger Energie!

 

Nun liegt sie vor – die Klima- und Energiestrategie der österreichischen Bundesregierung. Fünf Wochen stehen zur Verfügung, um Ideen zur Energiewende einzubringen. Aus der Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes enthält sie durchaus erfreuliche Grundsätze und Kernaussagen – insbesondere ein klares Bekenntnis zu den Zielen der EU bis 2030. Damit soll ein Schritt zur Erreichung des Pariser Klimaschutzabkommens vom Dezember 2015 gesetzt werden. Diese völkerrechtlich verbindliche Verpflichtung hat zum Ziel, die globale durchschnittliche Erderwärmung bis 2100 deutlich unter 2°C zu halten. Hinter dieser Zahl stehen allerdings große Herausforderungen:

 

Bis zur Mitte des Jahrhunderts muss eine Dekarbonisierung erfolgen, das heißt, es darf keine Emissionen von Treibhausgasen (Kohlendioxid – CO2, Methan – CH4, Lachgas – N2O, Fluorchlorkohlenwasserstoffe – FCKWs, Schwefelhexafluorid – SF6, Stickstofftrifluorid – NF3. Kohlenmonoxid – CO, Stickoxide – NOx und flüchtige Organische Verbindungen ohne Methan – NMVOC) mehr geben. Das bedeutet Umstellungen in allen – wirklich allen – Lebensbereichen. Unternehmen und Gemeinden, alle Institutionen, Politik, Wissenschaft, Verwaltung, … und natürlich jede(r) Einzelne muss mittun. Dann kann es allerdings gelingen, die Umstellung ohne schmerzliche Einschränkungen, wahrscheinlich sogar mit höherer Lebensqualität zu schaffen.

 

In erster Linie geht es um Energie. Umwelt Management Austria hat gezeigt, dass das Ziel erreichbar ist, eine Vollversorgung Österreichs mit erneuerbaren Energieträgern möglich ist. Das setzt allerdings eine Halbierung des Bruttoinlandsverbrauchs voraus! Das ist technisch durchaus möglich, weil wir nicht Energie sondern Dienstleistungen und Produkte brauchen: behagliche Raumqualität lässt sich je nach Gebäudezustand mit viel oder wenig Energie herstellen, Transporte von Personen und Gütern können durch geeignete Raumordnung minimiert werden und mit ganz unterschiedlichem Energieaufwand – mit dem Liebling Auto oder im „Umweltverbund“ (zu Fuß, per Rad, im Öffentlichen Verkehr) – erledigt werden usw.

 

Es geht aber auch um nicht-energiebedingte Emissionen, z.B. Methan, das beständig aus Rindermägen emittiert wird. Mit dem Gelingen von effizienter Energienutzung und der Umstellung auf erneuerbare Energieträger wird der Beitrag dieser Stoffe immer deutlicher merkbar. In Landwirtschaft und Ernährung sowie in Abfallwirtschaft bis hin zur Kreislaufwirtschaft besteht daher großer Handlungsbedarf auf dem Weg in eine klimaverträgliche Zukunft.

 

Die Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung konzentriert sich freilich auf die Vorgaben der EU für 2030 und das reicht nicht aus, um „Paris“ zu realisieren. Die verbindlichen Ziele auf nationaler Ebene müssen also höher gesteckt werden. Befremdlich ist auch, dass die Landwirtschaft – immerhin verantwortlich für 10% der gesamten österreichischen THG-Emissionen – die Abfallwirtschaft (4%), die fluorierten Gase (3%) und jener Teil von Energie und Industrie (8%), der nicht vom Emissionshandel erfasst ist, in der integrierten Klima- und Energiestrategie keine Berücksichtigung finden. Man konzentriert sich auf Raumwärme in Wohngebäuden und Mobilität – dies wiederum durchaus verdienstvoll. So können die Verdoppelung des Radfahreranteils, die Förderung der E-Mobilität, der Ausbau der Bahn, die Steigerung der Sanierungsrate von Gebäuden und auch das (letztendliche) Verbot von Ölheizungen durchaus nennenswerte Beiträge zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern leisten.

 

Die Glaubwürdigkeit, das Fernziel „wesentlich unter 2°C“ erreichen zu wollen, wird zusätzlich relativiert durch die Aussage „geänderte externe Faktoren müssen bei der regelmäßigen Evaluierung berücksichtigt werden“. Wichtige Instrumente, mit denen die gesteckten Ziele erreicht werden sollen, werden abgelehnt (eine aufkommensneutrale Ökosteuer) oder Unklarheit (rechtliche Aspekte: keine neue Ölheizung ab 2020, zugleich aber „keine Verbote“).

 

Konkrete Umsetzungspläne mit Fristen, Zeitrahmen, Zuständigkeiten und Aussagen zur Finanzierung fehlen derzeit ebenso, wie die Angabe der Wirkung von Maßnahmen sowie Möglichkeiten für ein Nachjustieren oder Sanktionen bei Nicht-Erreichung von Zielen. Zudem müssten kontraproduktive Maßnahmen wie z.B. der Ausbau von Autobahnen, die dritte Piste, Einschränkung von Mitspracherechten, Ausbau der erneuerbaren Energien ohne Berücksichtigung der Belange von Naturschutz und Biodiversität, … vermieden werden – es sollen aber anscheinend nur die bereits diskutierten und (z.B. vom WIFO) quantifizierten kontraproduktiven Subventionen analysiert werden. Derzeit gibt es zudem noch Nebenabsprachen mit der Mineralölindustrie und den Mitgliedsunternehmen des Fachverbands Gas und Wärme, was natürlich kontraproduktiv ist.

 

Wie in anderen Ländern auch braucht es eine wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung, die Kontrolle des Erfolgs und etwaige Anpassungen von Maßnahmen, Zeitplänen, etc. Es bleibt zu hoffen, dass der soeben angelaufene Stakeholder-Prozess die Regierung dazu bringt, zu den lobenswerten Zielen auch die notwendigen Maßnahmen hinzuzufügen – ohne Schlupflöcher für diverse Lobbys.

 

Was jedenfalls wichtig ist:

Wir alle sollten sofort und konsequent Energie sparen, Vergeudung vermeiden, die benötigte Energie effizient nutzen und auf erneuerbare Energieträger (Photovoltaik, Windenergie, Solarthermie, Erdwärme, Biomasse, Wasserkraft) umsteigen – bei der Heizung, im Verkehr, … – aber auch durch Verhaltensänderungen wie z.B. Reduktion des Fleischkonsums den Energieverbrauch reduzieren.

 

Wie Unternehmen, Gemeinden und Städte, sonstige Institutionen aber natürlich auch Privatpersonen den Anforderungen gerecht werden können, kann man z.B. im traditionsreichen und zukunftsweisenden MSc-Lehrgang Management & Umwelt von Umwelt Management Austria lernen. Dort erwirbt man neben dem Master-Titel auch ein Zertifikat für Energieberater und -auditoren.

 

Facts zum MSc-Lehrgang Management & Umwelt

 
Lehrgang Management & Umwelt

 

Umwelt Management Austria

office@uma.or.at
www.uma.or.at

 

Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik

rupert.christian@agrarumweltpädagogik.ac.at
www.agrarumweltpaedagogik.ac.at

 

Quelle: Umwelt Management Austria

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